Freitag, 26. April 2019

CM 26.04.2019 Tour der Guten Betriebe

CM 26.04.2019 Tour der Guten Betriebe  14 km
203 sind diesmal mitgeradelt
Start: Kronenplatz- Fritz-Erler-Str.- Baumeisterstr. - Ritterstr. - Beiertheimer - Allee - Bahnhofstr .- Zoobrücke -
Augartenstr. - Stuttgarter Str. - Wolfartsweierer Str. - Ottostr. - Killisfeldstr. - Auer Str. - Hauptbahnstr. -
Pforzheimer Str. - Durlacher Allee - Georg-Friedrich-Str. - Haid- und Neu-Str., Ziel: Platz vor dem Hauptfriedhof. Anschließend Hoepfner Burghof



Pressemeldung BNN vom 26.04.2019



Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 26.04.2019 


Radfahrer-Demo zu „guter Arbeit“


BNN – Demonstrativ radeln am Freitag, 26. April, wieder Menschen durch Karlsruhe. Kurz vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, setzen sich die Teilnehmer der Aktion „Critical Mass“ diesmal „auf den Spuren guter Arbeit“ in Bewegung. Die knapp 14 Kilometer lange Route durch die Südstadt, zur Ottostraße ins Killisfeld, über die Durlacher Allee und in die Oststadt führt vorbei an acht Betrieben. Laut Ankündigung sind diese „aus gewerkschaftlicher Sicht gute Arbeitgeber“, etwa, weil sie Mitbestimmung durch betriebsrätliche Gremien fördern, nach Tarif bezahlen, feste Arbeitsplätze bieten und auf Leiharbeit verzichten.


Die gemeinsame Critical-Mass-Ausfahrt beginnt wie immer am letzten Freitag jedes Monats um 18 Uhr auf dem Kronenplatz. Ende ist gegen 19.30 Uhr beim Hoepfner Burghof.


Geplante Pressemitteilung:

„Tour der Guten Betriebe“ –
Critical Mass auf den Spuren guter Arbeitsplätze in Karlsruhe

„Mit dem Rad zur Arbeit“ lautet eine jährliche Aktion im Frühjahr, die der Gesundheit und der Umwelt dienen soll. „Mit dem Rad zur Guten Arbeit“ könnte der Titel der kommenden Critical Mass Fahrradtour sein, die wie immer am letzten Freitag im Monat stattfindet- diesmal am 26. April.
Das Thema der Tour weist auf die Wichtigkeit von guten, existenzsichernden Arbeitsplätzen hin und führt vorbei an acht Betrieben, die aus gewerkschaftlicher Sicht gute Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind. Zum Beispiel weil sie Mitbestimmung durch betriebsrätliche Gremien fördern, weil sie ihre Mitarbeitenden nach Tarif bezahlen, feste Arbeitsplätze anbieten und auf Leiharbeit verzichten und so ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Solche Betriebe sind wichtig für Karlsruhe, und deren Anwerbung sollte eine vorrangige Aufgabe von Wirtschaftsförderung sein!
Treffpunkt ist wie immer am Kronenplatz um 18 Uhr. Die Tour ist ca. 13,5 km lang und führt mit einer kleinen Schleife nach Süden dann durch die Südstadt über die Ottostraße nach Durlach, zurück über die Durlacher Allee und endet gegen 19 / 19.30 Uhr beim Hoepfner Burghof mit gemütlichem Ausklang und Gesprächen.

(Entwurf vom Deutschen Gewerkschaftsbund Bezirk Baden-Württemberg, die diese Critical Mass geplant haben und die Betriebe ausgesucht haben)

Rückblick:
Das Wetter sah aus, als würde es uns einen Strich durch die Rechnung machen. Die dringend nötige Regenperiode hat begonnen. 
Aber nachdem sich immer mehr Radlerinnen und Radler auf dem Kronenplatz einfanden, war auch das Wetter mit uns. Und so wurde diese Tour auf den Spuren der guten Betriebe wieder eine Rekordtour mit 203 Menschen auf Fahrrädern, Lastenrädern, Tandems, Velomobilen, …
Und noch ein weiterer Rekord: Der Biergarten von Hoepfner war noch nicht auf, es war auch zu kalt. Aber es gibt ja noch den Burghof. Man sah es schon an den vielen Fahrrädern davor. 30 von uns waren es diesmal, die gemütlich und angeregt sich unterhaltend bei Speis und Trank diese Critical Mass ausklingen ließen.
Dieses Video wurde von Stephanie aufgenommen und zeigt, wie die Critical Mass über die Kreuzung Tullastraße / Durlacher Allee rollt

Hier der Rückblick von Anke auf ihrem Blog, die Critical Mass lebt:

Bilder der Critical Mass:
Folgende Bilder sind von Tassi:


Bilder von Thomas:












Bilder von Christa







Dienstag, 23. April 2019

Zu Fahrradstellpätzen und Leserbriefe in den BNN 23.und 26.04.2019


Zu Fahrradstellpätzen und Leserbriefe in den BNN 23.+26.04.2019


Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 23.04.2019 




Radstellplätze in Parkhäusern der City?

Kult-Fraktion will Konzept weiter entwickeln

Aufbewahrung von Gepäck ist Thema

BNN – Der Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bestätigt aus Sicht der Kult-Fraktion, was Radfahrende in Karlsruhe täglich erfahren: „Es läuft beim Thema Radverkehr noch nicht alles rund, es quietscht und knarzt an vielen Ecken.“ Wesentliche Kritikpunkte der Radfahrer an der städtischen Infrastruktur seien: der Mangel an geeigneten Abstellmöglichkeiten und die damit verbundene hohe Anzahl von Fahrraddiebstählen.

Im Mai 2015 beantragte Kult, dass die Stadtverwaltung das Konzept für Fahrradstellplätze im Innenstadtbereich deutlich erweitert. Seitdem habe sich wenig getan, auch aufgrund der anhaltenden Auswirkungen der Bauarbeiten der Kombilösung. Doch jetzt scheine die Verwaltung die Kult-Idee nach sicheren Fahrradabstellplätzen, insbesondere in innerstädtischen Parkhäusern wie in der Kreuzstraße, anzugehen. Stadtrat Michael Haug (KAL) erläutert: „Zu einer Fahrrad-Großstadt gehören diebstahlsichere Park- und Unterstellmöglichkeiten für alle Arten von Fahrrädern, einschließlich Anhänger und dazugehöriges Gepäck.“ Bei dem anhaltenden Zuwachs des Radverkehrs in Karlsruhe werde dieser Bedarf noch steigen. Haug erinnert an die stetig wachsende Zahl von Fahrradgespannen, Lastenrädern oder Pedelecs: „Deren derzeitig noch schwierige Park- und Abstellsituation bedingen ein erweitertes Fahrradparkplatzkonzept, vor allem in der Innenstadt.“ Stadtrat Uwe Lancier (Piraten) empfiehlt, bei der zukünftigen Planung von Fahrradparkplätzen noch stärker die unterschiedlichen Bedürfnisse der Radfahrer zu berücksichtigen: Alle, die sich länger in der Stadt aufhalten, bräuchten Parkplätze in Parkhäusern oder in Fahrradboxen.

Lancier sieht gerade bei Berufspendlern und Touristen den Bedarf für Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung, wie in der Fahrradstation am Hauptbahnhof Süd bereits erfolgreich umgesetzt. „Ein Rad hat nun mal keinen abschließbaren Kofferraum.“ Und die Benutzer eines elektrisch unterstützten Rads bräuchten Abstellplätze mit Ladegerät. „Es geht uns um sichere und fahrradfahrerfreundliche Abstellmöglichkeiten. Besonders geeignet sind Parkhäuser in der Innenstadt, etwa in der Kreuzstraße.“

Die bestehenden Abstellplätze in der Innenstadt sollen aus Sicht von Kult für den erweiterten Bedarf ausgebaut und deutlich sichtbar ausgewiesen werden. Auch wegen des wilden Abstellens von Rädern: Besonders in den stark frequentierten Bereichen sei ein vermehrtes Wildparken zu beobachten. „Den Radelnden dafür die Schuld zu geben, ist zu simpel: Manches Auto steht im Weg, wo Parkhäuser zu nutzen beispielsweise zu unbequem schien, aber für Fahrräder gibt’s eine solche Möglichkeit in Karlsruhe erst gar nicht“, ärgert sich Lancier. Hier erhofft sich die Fraktion zum einen durch die verstärkte Zusammenarbeit von Geschäftsleuten und Hausbesitzern und zum anderen durch eine verbesserte Kennzeichnung der Fahrradparkplätze eine Entspannung zu erreichen.



Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | DIE MEINUNG DER LESER | 23.04.2019 




Spitzennote 3,15 begeistert nicht

Ebenfalls zur Fahrradstadt:



Seit über 40 Jahren lege ich alle innerstädtischen Wege mit dem Fahrrad zurück. Primär von der Weststadt zum Unigelände und zur FH in der Moltkestraße und seit gut 35 Jahren zu der Arbeitsstelle in der Nähe des Marktplatzes. Auf diesen Wegen von der Weststadt aus hat sich in dieser gesamten Zeit leider nicht allzuviel getan, mal abgesehen davon, dass die Sophienstraße Radstraße wurde und an der Kreuzung Reinhold-Frank-Straße eine Radspur und Radaufstellflächen auf der Fahrbahn eingezeichnet wurden.

Diese Maßnahmen sind natürlich sehr zu begrüßen, konnten aber mit sehr geringen finanziellen Mitteln durchgeführt werden. Leider muss ich aber nach wie vor feststellen, dass sich Radverbindungswege vom Belag her oft in einem schlechten Zustand befinden. Sehr viel wäre schon gewonnen, wenn in größerem Maßstab Belagserneuerungen und teilweise geringe Verbreiterungen erfolgen würden. Aber dann gibt es immer wieder Radwegführungen, die nicht gerade zum Radfahren einladen. Ich denke da etwa an den Radweg von der Europahalle zum Weinbrennerplatz. In der Nähe der LBS (Siegfried-Kühn-Straße) sind zwei 90-Grad-Ecken zu fahren, und am Weinbrennerplatz angekommen, verwehrt ein Absperrgitter an den Straßenbahnschienen komfortables Weiterfahren. Fast abenteuerlich ist nun der Weg bis zu Radfahrachse Sophienstraße. Liebe Planer, hier wurde nicht aus Sicht der Radfahrer geplant! Neben den Alltagsfahrten bin ich Radsportler und immer wieder unglücklich über die Radfahrsituation im Umland. Radfahren im schönen Albtal, das ist leider Fehlanzeige. Der Graf-Rhenaweg-Weg eignet sich maximal für Mountainbikes, die Fahrt auf der stark befahrenen Landstraße nach Bad Herrenalb ist undenkbar, und der parallel verlaufende Radweg ist vom Zustand für Rennräder undiskutabel!

Das Autoland Baden-Württemberg tut eben wenig für den Radverkehr im Ländle. Da sieht es in der Pfalz besser aus. Allerdings sind die Radwege bis zur Rheinbrücke alles andere als begeisternd, mal abgesehen vom Autoverkehr eben auch vom Belag her. Ja, Karlsruhe tut was für Radfahrer, das ist zu begrüßen und wurde im ADFC Fahrradklimatest mit einem Spitzenplatz belohnt, aber die Note 3,15 ist nicht wirklich begeisternd.

Martin Fehrle



Karlsruhe-Weststadt



Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | DIE MEINUNG DER LESER | 23.04.2019 




Noch ein langer Weg

Zur Fahrradstadt:



Der ADFC stellt die Vergabe sehr kritisch dar, und ich finde es ist wesentlich schlimmer. Erst wird die Oberwaldbrücke abgerissen und dann die Ersatzstrecke lebensgefährlich vor Ort umgeleitet. Die Absperrung dort (Brücke südlich vom Hauptbahnhof über die Südtangente) lässt so wenig Platz, dass Radler kaum aneinander vorbei kommen und gezwungen werden, im rutschigen Schlamm zu fahren. Man könnte auch die Absperrung weiter auf dem Rasen verankern und die Kurve verbreitern.

Scheinbar hat keiner der Zuständigen die Perspektive eines Radlers, auch wenn es auf meine Rede hin kleine, jedoch nicht ausreichende, Verbesserungen gab. Weiter geht es mit neuen Gesetzen. Vor zwei Wochen wurde meine Tochter unter der Unterführung auf der Ettlingerstraße zur Schwarzwaldstraße am Bahnhof fast von einem sehr schnell fahrenden Kipplaster erfasst. Hier ist der Radweg auf der Fahrbahn aufgemalt und die Straße recht eng. Der Fahrer des Lkw realisierte in keiner Weise die Gefahr. Offensichtlich war er sich auch nicht bewusst, dass sein Fahrzeug bei dieser Geschwindigkeit einen Sog erzeugt und der Radfahrer zwischen Führerhaus und Kipper gezogen wird. Will ich auf dieser Strecke sicher fahren, so kann ich nur auf der anderen Straßenseite fahren und ein Bußgeld und Flensburger Punkte riskieren. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da wir diesen Weg noch so lange nutzen bis es in ein oder zwei Jahren wieder eine Oberwaldbrücke gibt. Oder muss erst jemand sterben? Nicht geklärt ist, wie es sich mit Radfahrer mit nachgewiesener Schwerbehinderung verhält. Müssen sie auch auf unseren gefährlichen Straßen fahren, obwohl sie durchaus in der Lage sind, am Straßenverkehr teilzunehmen, wenn die anderen ein klein wenig Rücksicht nehmen? Es gibt nicht nur Rollstuhl- und Dreiradfahrer, sondern auch andere, die fähig sind, aber vielleicht schwächere Muskeln haben und sich daraus Konsequenzen ergeben. Bis zur radfreundlichen Stadt scheint es noch ein langer Weg zu sein.

Ute Weilandt



Karlsruhe-Wolfartsweier


Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 26.04.2019 



Verbesserungen sind nötig

Zur Radstadt:



Es ist ärgerlich, dass Karlsruhe bundesweit in den Medien fast unisono als „fahrradfreundlichste Stadt“ dargestellt wird, was ein völlig falsches Bild ergibt. Richtig ist vielmehr, dass sie die am wenigsten schlechte Wertung unter den Städten vergleichbarer Größe erhalten hat. Bei den sicherheitsrelevanten Fragen liegen die Noten zwischen 3,5 und vier. Das kann man wahrlich nicht als fahrradfreundlich bezeichnen. Selbst auf den Fahrradstraßen, die immerhin zunehmend eingerichtet werden, ist der Kfz-Verkehr mit 30 Kilometern pro Stunde (was manche Autofahrer ohnehin nur als unverbindliche Empfehlung betrachten) zugelassen. Das ist viel zu schnell und führt, wie ich es häufig unter anderem auf der Hagsfelder Allee erlebe, zu gefährlichen Situationen durch Überholmanöver. Angemessen wäre eine Höchstgeschwindigkeit von 20. Und es sollte ein Überholverbot für Kfz gelten, nur so kann ich mich als Radfahrer auf Fahrradstraßen sicherfühlen. Bei Ampelschaltungen muss sich die Verkehrsbehörde entscheiden, ob sie mehr Autos oder Fahrräder in der Stadt haben will. Bei Bedarfsampeln hat sich die Situation für den Radverkehr sogar verschlechtert im Vergleich zu den zuvor installierten „Bettelampeln“ (Beispiel Überweg Haltestelle Reitschulschlag). Kam zuvor Grün sechs Sekunden nach dem Drücken, sind jetzt mit erheblichem Aufwand Sensoren installiert worden, die überprüfen, ob Kraftfahrzeuge auf die Kreuzung zufahren und nur dann sofort auf „Rot“ schalten, wenn weit und breit kein Auto in Sicht ist. Ansonsten warten Radfahrer und Fußgänger 30 oder mehr Sekunden. Kein Wunder, dass die Bedarfsampel nur noch wenig genutzt wird, wie ich täglich beobachte. Viele Schulkinder, die den Überweg benutzen, häufig im Pulk Rad fahren und vielleicht dabei weniger aufmerksam sind, werden dadurch unnötig gefährdet. Fazit: Viele Verbesserungen für den Radverkehr sind fast kostenlos zu haben und sofort zu realisieren, wenn man wirklich den Radverkehr fördern will.

Curt Schmidt



Stutensee

Mittwoch, 10. April 2019

Karlsruhe Klimatest 2019 Platz 1. Note Befriedigend reicht.

Karlsruhe Klimatest 2019 Platz 1. Note Befriedigend reicht.


10. April 2019


Damit man es leichter lesen kann, hier nochmal als Text:



Von unserem Redaktionsmitglied (BNN) Kirsten Etzold

Karlsruhe. Bundesweite Bestnote unter 25 Städten gleicher Größe und enormes
Bürgerinteresse: Im Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs
(ADFC) siegt Karlsruhe als beste Großstadt Deutschlands unter
500 000 Einwohnern und hält auch den Landesrekord in puncto Beteiligung.
1 900 Menschen bewerteten Karlsruhe in der Befragung, dem weltweit größten
Meinungsbarometer seiner Art. Pforzheim kassiert die landesweit schlechteste
Note der Städte mit bis zu 200 000 Einwohnern.
Im Wettstreit der Städte um guten Radverkehr reicht es Karlsruhe, die
Note 3,15 zu halten, um Münster (3,25) als Fahrradhauptstadt Deutschlands
Sieger ist der bisher stets führenden Universitätsstadt im Münsterland seit
dem Klimatest 2016 dicht auf den Fersen und profitiert nun davon, dass
Münster in der Bewertung verliert. Weiter nah dran ist auch Freiburg (3,4).
Vor sechs Jahren noch bundesweit Schlusslicht, war Pforzheim zuletzt mit
Ach und Krach die rote Laterne los. 
Jetzt rutscht die Goldstadt aber von Note 4,3 auf 4,5 ab. Bei den ganz großen Städten rangiert Bremen (3,55) vor Hannover und Leipzig. Stuttgart liegt in dieser Klasse der Städte mit mehr als einer halben Million Einwohnern mit Note 4,23 nur auf Rang zehn von 14.
In Orten mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern fühlen sich Radler laut Test am
wohlsten. Dieser Klasse gehören Bühl (3,45), Ettlingen (3,55), Achern (3,6),
Gaggenau (3,7), Rastatt (3,9), Bruchsal (3,95) und als Klassenletzter unter 311
Orten Bretten (4,4) an. Fürs Podest ist in dieser Größenordnung eine Mindestnote
von 2,95 nötig. Als „Aufholer“ glänzt das badische Emmendingen (Note 3,5).
Der erste Platz für Karlsruhe im ADFC-Fahrradklima-Test ist für Baubürgermeister

Daniel Fluhrer, der als Dezernent für die Radverkehrsförderung
zuständig ist, „eine Bestätigung der langjährigen Radverkehrsförderung
in der Stadt“. Wichtiger sei aber, die Nutzerzufriedenheit zu erhöhen. „Wir
dürfen uns nichts vormachen, wir haben den Platz nur mit der Note befriedigend
erreicht“, so Fluhrer. Er kündigt an, das 20-Punkte-Programm der Stadt zur
Radverkehrsförderung ab Ende 2019 per Beteiligungsprozess fortzuschreiben.
Gedämpft erfreut reagiert auch der ADFC-Regionalverband Karlsruhe auf
den Titel. „Wir haben uns in der Bewertung eher ein bisschen verschlechtert“,
gibt der Vorsitzende Christian Büttner zu bedenken. „Wir treten auf der Stelle“,
kritisiert er. Büttner sieht durchaus einige Verbesserungen, diese entfalteten
bisher aber keine Gesamtwirkung. „Sieger zu sein, weil andere abgestiegen
sind, erzeugt kein Jubelgefühl“, sagt der ADFC-Vorsitzende.

Karlsruhes Stärken sind die Fahrradmitnahme in Bus und Bahn, die Öffnung
vieler Einbahnstraßen für Radler und eine gute Erreichbarkeit des Zentrums.
Die Stadt punktet zudem mit dem Leihradangebot, das der Karlsruher Verkehrsverbund
(KVV) just in die Technologieregion ausdehnt. Minuspunkte sind
zugeparkte Radwege, schlechte Baustellenführung für Radler, eine hohe Diebstahlquote
bei Rädern und Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern.

Erneut monieren die Testteilnehmer zudem, es gebe zu wenig gute Abstellmöglichkeiten
für Räder. Die Kritikpunkte hält Büttner für berechtigt, „weil da
auch nicht viel geschieht“. Kritik an Karlsruhes Titelambitionen kursiert in
Karlsruher Radlerkreisen auch in textiler Variante. Unter anderem tragen
Skeptiker schwarze T-Shirts mit dem Aufdruck „#NENNMICHNICHTFAHRRADSTADT“.
Laschen Umgang mit Falschparkern und miese Bedingungen an Baustellen
bemängeln Radler auch bundesweit am meisten, zusammen mit Benachteiligung
an Ampeln und schmalen Radwegen. „Bei uns klingeln die Alarmglocken,
wenn Radfahrer sich nicht sicher fühlen“, erklärt Rebecca Peters vom ADFCBundesvorstand. Sie fordert „gute, breite Radwege, getrennt vom starken Autoverkehr“. 81 Prozent der Befragten sei wichtig, vom Autoverkehr getrennt zu
sein. Dass sie Kinder ungern allein mit dem Fahrrad losschicken, sagen in
Großstädten sogar 85 Prozent.

In Berlin forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Kommunen
auf, die Bundesmittel stärker zu nutzen. Sein Ministerium stelle in diesem
Jahr rund 200 Millionen Euro für den Radverkehr bereit. Landesverkehrsminister
Winfried Hermann regte in Stuttgart ein „kommunales Kreuzungsprogramm“
mit besseren Ampelschaltungen und Aufstellflächen vor wartenden
Autos an. „Das stärkt das Sicherheitsgefühl und zeigt, dass die Belange
der Radfahrer ernst genommen werden“, sagte er. Selbst in engagierten
Kommunen kämen Verbesserungen in der Radverkehrspolitik bei der Bevölkerung
teils nicht an. Hermann fordert auch, dass Ordnungsdienste konsequent
gegen Falschparker vorgehen, um Radklima und Verkehrssicherheit zu verbessern.
Auch die Verkehrsministerkonferenz der Länder fordere, dass die Handlungsmöglichkeiten
der Kommunen verbessert und Bußgelder erhöht würden.


Hier ein Kommentar in den BNN dazu:
Ein Leserbrief vom 13.04.2019 dazu




Hier ein Kommentar von Anke auf ihrem Blog:






Mittwoch, 3. April 2019

Abstand ist Anstand. Eine Initiative in der Schweiz, um einen Abstand von 1,5 m zu Velos gesetzlich zu verankern

Abstand ist Anstand. Eine Initiative in der Schweiz, um einen Abstand von 1,5 m zu Velos gesetzlich zu verankern

Im Kanton Thurgau ist eine Initiative gestartet, um einen seitlichen Abstand zu Fahrrädern von 1,50 Metern gesetzlich zu verankern.

In Deutschland gibt es in der StVO keine explizite Angabe. Verwiesen wird auf den Paragraf 1, der vorschreibt, dass man sich im Straßenverkehr so verhält, dass niemand gefährdet oder geschädigt wird. Dann folgen Formeln, wie die Abstände in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Fahrzeug rechnerisch beschrieben werden.
Konkrete Werte werden dann durch höchstrichterliche Urteil beschrieben, auch Bußgelder, Strafmaß anhand dieser Urteile

Hier der Link der Schweizer Initiative "Abstand ist Anstand".