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Freitag, 21. August 2020

Fünfter Pop-up-Streifen Hans-Thoma-Straße am 29.08.2020 und Bericht dazu am 31.08.2020


BNN am 31.08.2020

Karlsruhe tritt kräftiger in die Pedale

Das Radler-Bündnis erhöht mit dem Pop-up-Radweg die Drehzahl in der Verkehrswende

Von unserem Redaktionsmitglied

Rupert Hustede am 31.08.2020

Die Fahrbahn ist frisch gespurt: Jetzt können die Radler stadteinwärts zwischen Stephanien- und Waldstraße sicheren Tritts und ohne beengendes Blech in gefährlicher Nähe neben sich in die Innenstadt gelangen.Foto: Peter Sandbiller

Die Radler haben eine Spur für sich, die Autofahrer eine weniger. Die nur für vier Stunden verkehrte Welt auf der Karlsruher Hans-Thoma-Straße heizt die Diskussion über die Verkehrswende an. Wie viel Umbau zu Gunsten der Radler ist für die moderne Stadt zwingend?

Den Autofahrern wird eine von zwei Spuren genommen, und den Radfahrern wird sie gegeben. Am Samstag hat das Bündnis Karlsruher Aktiver für mehr Fahrradverkehr bei seiner fünften und letzten Sommerferienaktion die Verhältnisse in der Hans-Thoma-Straße für vier Stunden verändert. 

Die Fahrbahn ist frisch gespurt: Jetzt können die Radler stadteinwärts zwischen Stephanien- und Waldstraße sicheren Tritts und ohne beengendes Blech in gefährlicher Nähe neben sich in die Innenstadt gelangen. Die Autofahrer haben mit einem Streifen auszukommen, was sie im Einkaufsverkehr am Samstag Richtung Geschäfte in dichter Reihe vor der Ampel bei der Kunsthalle auffahren lässt. Die große Schlange aber bildet sich nicht. 

„Es geht“, meint Joachim Weiß vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Die Rad-Aktivisten fühlen sich bestätigt. Was an einem Sommersamstag funktioniere, könne sich auch im Berufsalltag bewähren: Mehr eigene Spuren für Radfahrer und damit mehr Sicherheit, selbst Kinder könnten dann ungefährdet in der Großstadt radeln. Folglich würden auch noch mehr Autofahrer bei der Fahrt in der Stadt aufs Rad umsteigen, was wiederum die Stadtluft verbessert, meint Weiß.

Auf jeden Fall sorgt so ein schnell mal mit Hütchen auf die Straße gezauberter Pop-up-Radweg für Diskussionsstoff, was dem Pro-Rad-Bündnis nur recht ist. Immerhin ist die seit rund 20 Jahren immer kräftiger strampelnde Fahrradstadt Karlsruhe derzeit besonders stark in Bewegung: Die Klimakrise und die Stadtplanung für eine attraktive City mit hoher Aufenthaltsqualität treiben die Verkehrspolitiker inzwischen fast aller Fraktionen zu einer immer höheren Drehzahl in der Verkehrswende an. Der Umbau Karlsruhes von der einst autogerechten zur immer mehr fahrradgerechten Innenstadt läuft voll auf Hochtouren.

Oberbürgermeister Frank Mentrup ist dabei längst der wichtigste Dynamo. Die Entwicklung der Innenstadt mit der Neuverteilung der Verkehrsflächen als Hauptkraft hat der OB zur Chefsache gemacht. Deshalb lobt er das Fahrradbündnis: Es biete mit den Pop-up-Radstreifen Praxistests an Samstagen, die wertvolle Anstöße für die Politik sowie Erlebnisse für die Radfahrer selbst lieferten. 

Mentrup sieht Handlungsbedarf, um die Situation der Radfahrer an den Kreuzungen zu verbessern. Überhaupt müsse die Qualität des Radwegnetzes ausgebaut werden. Er macht deutlich, dass manche Straße, die bislang wie die Hans-Thoma-Straße vom Autoverkehr dominiert wird, auch aus städtebaulicher Überzeugung umzugestalten sei. Dabei bringt er auch eine Neuordnung mit deutlich vergrößerter Freifläche für die Besucher vor der Kunsthalle ins Spiel.

Dabei will Mentrup den Autos nicht den Weg in die City versperren. Die Innenstadt müsse für alle gut erreichbar sein – auch für den, der auf das Auto angewiesen sei, oder für den, der nur meine, auf den eigenen Wagen bei der Fahrt in die Stadt nicht verzichten zu können. Am Willen zu einer Änderung der Raumaufteilung lässt er aber keinen Zweifel. 

Karsten Kilian von Greenpeace erkennt zwar positive Entwicklungen in der Karlsruher Radpolitik, prangert aber weiter gravierende Missstände an. „Es gibt immer noch viele Gefahrenpunkte und Ampelschaltungen, an denen der Radverkehr keinen Vorrang genießt oder sogar krass benachteiligt wird“, kritisiert er. Überhaupt sei die ungleiche Flächenverteilung zwischen Auto und Rad nicht mehr hinnehmbar, meint Karsten Kilian.

Tilman Pfannkuch, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, hält nichts vom „ideologischen Kampf gegen das Auto“ und fordert differenzierte Lösungen, die sich am Bedarf der Bürger orientierten. Deshalb hält er nichts von der Radspur auf Kosten der Autofahrer in der Hans-Thoma-Straße stadteinwärts. Er fordert Rezepte, die die Situation der Radler dort verbessern, wo sie wie in der Hans-Thoma-Straße im Alltag nicht mal einen schmalen Weg für sich haben, sondern im starken Autoverkehr mitschwimmen müssen „Die Zweispurigkeit auf der Hans-Thoma-Straße stadteinwärts für die Autofahrer hat sich bewährt. Eine Verengung bringt das Chaos, das führt den Berufsverkehr am Morgen in den Stau“, meint Pfannkuch.






BNN am 27.08.2020

Fünfter Pop-up-Streifen Hans-Thoma-Straße am 29.08.2020

ke. In der Hans-Thoma-Straße zwischen Stephanien- und Waldstraße markiert das Bündnis Karlsruher Aktiver für mehr Fahrradverkehr am Samstag, 29. August 2020, zum fünften und letzten Mal einen Pop-up-Fahrradstreifen in der Innenstadt. Sie nehmen Autofahrern dabei vorübergehend eine Spur weg und stellen sie Radfahrern zur Verfügung.

Spur ist von 

11 bis 15 Uhr markiert

Die separate Fahrspur explizit für Radfahrer ist von 11 bis 15 Uhr markiert. Weil die Strecke im befriedeten Bezirk für Verfassungsorgane des Bundes liegt, holten die Organisatoren zusätzlich zur Genehmigung durch die Stadt dieses Mal auch die Erlaubnis des Bundesinnenministeriums und des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ein. 

Mit dieser Aktion deuten die Karlsruher Gruppen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), von Critical Mass, Fossil Free, Fridays for Future, Greenpeace und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ein weiteres Mal an, was eine Umgestaltung des Straßenraums für Autofahrer, Radfahrer und Passanten verändern würde.

In der Hans-Thoma-Straße sind besonders viele Studierende, radelnde Schüler und Jugendliche unterwegs. Radfahrer kritisieren die Gestaltung der Straße stadteinwärts seit langem. Auch die Radverkehrsplaner im Rathaus halten sie für unbefriedigend. Für Autos gibt es durchgehend zwei parallele Fahrspuren, Radfahrer mischen sich ungeschützt in den Verkehr. Bei der Einmündung der Bismarckstraße soll voraussichtlich ab dem Jahr 2022 aufwändig umgestaltet werden.

Seit Juli prüft die Stadt aber auch eine Vorablösung für den östlichsten Abschnitt der Hans-Thoma-Straße – eben die Strecke, wo nun die Pop-up-Aktion stattfindet.

BNN Radspur in der Kapellenstraße vom 21.08.2020

 


Im Herbst bekommen Radler Extraspuren in der City

Von unserem Redaktionsmitglied

Kirsten Etzold

Neu gestaltet: Wo die Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee mündet, entsteht ein kleiner Platz. Für Autos ist die Fläche reduziert.Foto: Jörg Donecker

Zugunsten von Radlern und Fußgängern baut Karlsruhe rund um den neuen Autotunnel die Stadt um. Am Ostrand der City machen Autos Platz fürs neue Kapellenplätzle, Radfahrstreifen und ein Rasengleis als grünen Tupfer. Eine Pop-up-Aktion greift dem Umbau auf voller Länge nun um ein paar Wochen vor.

Am Ostrand der City am Ende der Waldhornstraße die Kapellenstraße zu überqueren, war für Fußgänger und Radfahrer lange schwierig und gefährlich. Noch 2018 gab es vier Unfälle mit Radlern bei der Querung der Kapellenstraße auf Höhe der Kapelle auf dem Alten Friedhof. Eine Ampel vor der Schillerschule, tagsüber ein Tempo-30-Limit, ein Blitzer: Auch dies belegt die Probleme, den Verkehr auf der mehrspurigen, viel befahrenen Straße zu bändigen.

Jetzt ist dies Geschichte. An beiden Enden der 450 Meter langen Verbindung zwischen Durlacher Tor und Mendelssohnplatz ist die Umgestaltung schon weit fortgeschritten. Kleiner ist feiner: Karlsruhe baut rund um den neuen Autotunnel in der Kriegsstraße die Stadt schrittweise zugunsten von Radlern und Fußgängern um. In der Kapellenstraße machen Autos Platz für Neues. 

Wo die Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee mündet, entsteht ein Kapellenplätzle. Ein Rasengleis bringt schon einen Tupfer Grün. Das Mittelstück packen die Bauarbeiter im Herbst an, kündigt der Chef der Radverkehrsplaner im Karlsruher Rathaus, Ulrich Wagner, an.

Ausgerechnet in der Kapellenstraße klappt nun am Samstag, 22. August 2020, von 11 bis 15 Uhr ein Bündnis Karlsruher Verkehrs- und Umweltgruppen provisorisch die vierte Pop-up-Fahrradspur im August auf. Mit ihrer Aktion deuten die Karlsruher Gruppen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), von Critical Mass, Fossil Free, Fridays for Future, Greenpeace und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) an, was der anstehende Straßenumbau verändert.

Schon heute verläuft ein provisorisch von der Stadt angelegter Pop-up-Fahrradstreifen in der Kapellenstraße nordwärts. Ab dem Blitzer an der Schillerschule ist die Spur für Radfahrer auf der Fahrbahn gelb markiert.

Kapellenstraße und angrenzendes Areal bilden den südöstlichen Rand des Sanierungsgebiets Innenstadt Ost. Das drei Jahre alte Neuordnungskonzept der Karlsruher Fächer GmbH soll den öffentlichen Raum aufwerten und das Wohnumfeld verbessern. Dazu gehört, die Kapellenstraße so umzugestalten, dass der Alte Friedhof jenseits der Kapellenstraße und auch der nahegelegene Citypark besser zu erreichen sind.

BNN Neuaufteilung der Innenstadt

BNN Neuaufteilung der Innenstadt

Dänen treiben die Veränderung zur Rad-City an

Neuaufteilung der Innenstadt zwischen den Verkehrsmitteln beginnt / Beteiligungsverfahren im September

Von unserem Redaktionsmitglied

Rupert Hustede


Neue Perspektive gefragt: Über eine attraktive Gestaltung einer autofreien Kreuzung von Karlstraße (links) und Kaiserstraße (rechts) am Europaplatz brüten jetzt Planer aus Dänemark mit Bürgern aus Baden.Fotos: Jörg Donecker

Experten mit Weltruf und Bürger mit Bodenhaftung suchen jetzt nach den Lösungen für ein attraktives Karlsruhe. Die Arbeit am Großprojekt zur Neuaufteilung der Innenstadt zwischen den Verkehrsmitteln beginnt. Wird man das Pflaster der Kaiserstraße noch einmal anders umgraben? Bekommen auch die Radler auf Durchfahrt eine Umleitung am Cityrand?

Karlsruhe will sich stark verändern. Die U-Strab, Corona und die Klimakrise sind die Auslöser für einen absehbar großen Wandel zur ultimativen Fahrrad-City. Was wird sein? Naheliegend sind beispielsweise: Die Autos werden noch mehr ausgeschlossen, die nördliche Karlstraße wird zur Fußgängerzone. Der Strom der Durchradler wird auf Schnelltrassen über den neuen Boulevard Kriegsstraße gelenkt, sodass die dann schienenfreie Kaiserstraße und die Route Ludwigsplatz/Erbprinzenstraße als beruhigte Zonen für die Radler mit City-Ziel und für die Einkaufsbummler reserviert sind.

Es geht um nicht weniger als ein neues Gesicht für die Karlsruher Innenstadt. Ein dänisches Stadtplanungsbüro von Weltruf soll eine andere Mixtur der Nutzungen auf Plätzen und Straßen finden und die Mobilitätsverhältnisse neu ordnen. Gerade die weitere Machtverschiebung vom Auto zum Fahrrad und auf die eigenen zwei Füße gilt der Politik als Erfolgsrezept, um das City-Pflaster attraktiver zu machen. 

Mit dem am Ende zwölfjährigen Stadtumbau per Kombilösung aus U-Strab und Autotunnel Kriegsstraße ist es Weihnachten 2021 ohnehin nicht vorbei. Das Pflastern der Fußgängerzone Kaiserstraße samt Europaplatz mit edlen Granitplatten wie auf dem Marktplatz schließt sich bis über die Mitte des Jahrzehnts an. Und nun wird mit dem städtischen Leitprojekt „Öffentlicher Raum und Mobilität der Innenstadt” (Örmi) noch ein drittes Großprojekt drauf gesattelt. Örmi soll alle Einzelprojekte bündeln und krönen. 

Die global hochgeschätzten Strategen für eine moderne und damit radgerechte Stadt von Gehl People aus Kopenhagen mögen es nach dem Willen der Stadtpolitik richten. Mit viel Vorschusslorbeeren empfängt Oberbürgermeister Frank Mentrup die Impulsgeber aus dem skandinavischen Mekka des Radverkehrs.

Dazu beginnt am Donnerstag, 24. September, um 18 Uhr im Südwerk, Henriette-Obermüller-Straße 10, ein Beteiligungsverfahren. Wegen der Beschränkung auf 100 Teilnehmer ist eine Anmeldung bei der Stadt nötig. Dort werden die Dänen mit den Bürgern und im Verein mit Verkehrsplanern der Hamburger Firma Argus und Moderatoren von Weeber+Partner aus Stuttgart das Konzept zimmern. Im Frühjahr erwartet Mentrup ein Zwischenergebnis. Im Herbst 2021 soll der neue Rahmen für die City-Entwicklung fertig sein. So können die Ergebnisse von Örmi noch direkt in die ohnehin dann geplante Neugestaltung der Kaiserstraße und der Karlstraße, des Europaplatzes und des Kronenplatzes einfließen.

„Das international anerkannte Büro steht dafür, bei seinen Konzepten das öffentliche Leben und den menschlichen Maßstab in den Mittelpunkt zu rücken”, preist der OB die Dänen. Für Mentrup ist die konsequente Ausrichtung der öffentlichen Fläche auf die Bürgerbedürfnisse das A und O der Innenstadtentwicklung. Nur wenn man mit der Umgestaltung der City auf die neuen Entwicklungen angemessen reagiere, habe die Innenstadt eine lebendige Zukunft, meint er. Dabei geht es um die Reaktion auf den durch Corona verstärkten Run auf den online-Handel, auf die Hitze durch den Klimawandel sowie auf den Wunsch der Menschen nach einem Erlebnisangebot aus Einkaufen, Entspannen und Unterhaltung.

Neben der vom Land geforderten radikalen Mobilitätswende vom Auto zu Rad und Straßenbahn hat Karlsruhe als Magnet der Region demnach auch noch den großen Durchbruch zur interessanten Erlebniszone vor sich. Und nach dem Wunsch der Stadtpolitik sollen nun die Dänen mit dem Planerduft der großen Welt und zusammen mit dem Sachverstand der Bürger die Karlsruher Verhältnisse kräftig durchpusten.

Mentrup möchte die Plätze und die Kreuzungen der Fußgängerzone Kaiserstraße mit den Fächerstraßen mit jeweils eigener Gestaltung für die Nutzer profilieren. Dies kann zumindest teilweise den Abschied von einer homogenen Kaiserstraße als uniform frisch gepflastertem Flanierband vom Europaplatz bis zum Kronenplatz bedeuten. Mentrup meint, im Sinne der Bürger zu handeln, wenn über zehn Jahre alte Planungen wegen neuen Anforderungen an „die Aufenthaltsqualität der Stadt” verändert werden. Auf dem Europaplatz entsteht neue Nutzungsfläche, weil die Stadt nun doch die oberirdische Straßenbahnhaltestelle streichen will. Die Bahnen halten dann oberirdisch bei der Postgalerie nur noch um die Ecke in der Karlstraße. Mentrup erkennt da die Möglichkeit, die Fußgängerzone Kaiserstraße bis zum Kaiserplatz auszudehnen.

Brigitte Bundesen Svarre strahlt bei der Besichtigung der Karlsruher Möglichkeiten in der Karlstraße, wo in diesem Sommer wegen der Kombi-Baustelle Karlstor Palmen in Kübeln auf den Straßenbahnschienen wachsen dürfen. Die Vize-Chefin der Kopenhagener Planer schwärmt dort von Karlsruhe als einer deutschen „Pionierstadt” des Radverkehrs. Da lasse sich aber noch viel mehr erreichen, meint die Dänin, deren Büro schon die Straßen von New York und Melbourne umgemodelt hat. 


Hinweis:

wie schön zu lesen, siehe unten, dass die Stadt die "Gehl People" aus Kopenhagen, zur Planung der KA Innenstadt, mit ins Boot geholt haben. Dazu gibt es am Donnerstag den 24.8. im Südwerk, Henriette-Obermüller Straße 10, ein Beteiligungsverfahren. Wegen der Beschränkung auf 100 Teilnehmer ist eine Anmeldung bei der Stadt nötig. 
Vielleicht schafft es ja jemand von uns mit dabei zu sein.

Dienstag, 18. August 2020

Pop-Up-Radweg Fritz-Erler-Straße / Mendelsonplatz BNN Artikel am 10.08.2020

 Pop-Up-Radweg Fritz-Erler-Straße / Mendelsonplatz BNN Artikel am 10.08.2020

Bike Lane Aktion in Karlsruhe


Am 08.08.2020 geht die Bike Lane Aktion in Karlsruhe in die nächste Runde!

Ab 11 Uhr wird der südliche teil der Fritz-Erler-Straße vorübergehend zum Radweg.

Kommt gerne vorbei und probiert es aus! Je höher die Beteiligung, desto höher wird auch der Druck auf die Stadt, etwas zu verbessern.

Impressionen von der vergangenen Aktion am 01.08.:


Experiment beim Mendelssohnplatz

Am zweiten Aktionssamstag wird in der Innenstadt temporär mehr Platz fürs Fahrrad geschafft

Von unserem Mitarbeiter 

Jürgen Hotz 

In der Karlsruher City ist am Wochenende für vier Stunden die rechte Fahrbahn zwischen Markgrafenstraße und Mendelssohnplatz in einen Pop-up-Radweg umgewandelt worden.

 

Die Experimentierphase eines Bündnisses mehrerer Karlsruher Organisationen, die für eine „Verkehrswende“ hin zum Fahrrad werben, ist am Samstag in der Fritz-Erler-Straße fortgesetzt worden. Von 11 bis 15 Uhr wandelte das Aktionsbündnis zur „Priorisierung des Radverkehrs“ die rechte Hälfte der Fahrbahn zwischen Markgrafenstraße und Mendelssohnplatz in einen Pop-up-Radweg um.

An der Kreuzung von Markgrafen- und Fritz-Erler-Straße ist ein Radweg vorhanden – allerdings als Gehweg, den sich die Radler mit Fußgängern teilen. Deshalb plädiert das Bündnis für die Einrichtung einer durchgängigen Radspur. 

„Eine dünne Stelle, die eine verwirrende Situation herstellt“, so empfindet die Radfahrerin Alissa Essig das Kreuzen mit den Fußgängern an der Einmündung der Markgrafenstraße. Dort wird die Radspur vom Kronenplatz kommend auf den Gehweg geführt. Kurz darauf folgt noch eine schlecht einzusehende Ein- und Ausfahrt.

Zudem komme es zu gefährlichen Situationen, wenn die Radler am Ende der Radspur beim Nedelssohnplatz wieder auf die Fahrbahn einscheren, gibt Joachim Weiß vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) zu bedenken. „Es geht um die Neuverteilung des zur Verfügung stehenden Platzes, denn die Häuser stehen.“ Seit den Siebzigerjahren sei die Infrastruktur „eher autozentriert.“ 

Als Reaktion auf die erste Aktion hatte eine Leserbriefschreiberin die Reduzierung der Fahrspuren zugunsten der Fahrräder hingegen kritisch beurteilt. Sie sehe eine „Verbots- und Verdrängungspolitik“ für Autos im Gange. 

„Nur durch ordnungspolitische Fahrverbote“ könne eine Änderung herbeigeführt werden und die Radwende in die Gesellschaft getragen werden, meint wiederum Klaus Jochims von Critical Mass. Nach Ansicht von Pawel Bechthold von „Fridays For Future“ wird „die Lenkungswirkung unterschätzt“: Sei erst das Angebot separater Fahrradspuren da, kämen die Radler von selber. 

Mathilde Göttel, Stadträtin von Die Linke, findet es einfacher, „über konkrete Vorschläge zu sprechen, so wie sie das Planungsamt vorgelegt hat“. Jedoch kritisiert sie eine „mangelnde Prioritätssetzung beim Tiefbauamt, das die Projekte dann nicht umsetzt“. 

Viele Autofahrer an der Ampel Mendelssohnplatz wollen sich nicht zu dem Experiment befragen lassen. „Super Idee!“ sagt aber Melanie Stross, die Fahrerin eines vollbesetzten Pkw. Sie lobt das Radwegkonzept von Barcelona. Dort habe sie mit ihren Mitreisenden Fahrräder gemietet, um die Stadt zu erkunden. 

Mittwoch, 5. August 2020

PopUp Bikelane: 08.08.2020 SA 11-15 Uhr südliche Fritz-Erler-Straße



Post im Blog KA-Radler von Thomas zum Pop-Up Radweg

Bike Lane Aktion in Karlsruhe

Am 08.08.2020 geht die Bike Lane Aktion in Karlsruhe in die nächste Runde!

Ab 11 Uhr wird der südliche teil der Fritz-Erler-Straße vorübergehend zum Radweg.

Kommt gerne vorbei und probiert es aus! Je höher die Beteiligung, desto höher wird auch der Druck auf die Stadt, etwas zu verbessern.

Impressionen von der vergangenen Aktion am 01.08.:


Thomas hat wieder einen Artikel zu den Popup Bikelanes geschrieben, s.u.:


Montag, 3. August 2020

BNN Artikel zum PopUp Radweg Karlstraße vom 01.08.2020 am 03.08.2020

BNN Artikel zum PopUp Radweg Karlstraße vom 01.08.2020 am 03.08.2020



Für ein paar Stunden fahren Räder statt Autos
Aktionsbündnis weist zwischen Europaplatz und Münze temporären Radweg aus / Erste von fünf Aktionen
Von unserem Mitarbeiter (BNN) Jürgen Hotz
„Mehr Platz fürs Fahrrad“ fordert der Hashtag auf dem gemalten Pappschild an den Satteltaschen. Fröhlich klingelnd radeln Christa Walter und Klaus Jochims („tolle Aktion, Daumen hoch!“) von Critical Mass mit Masken und Warnwesten den vorübergehend eingerichteten Radweg entlang. Nach Pop-up-Stores nun der Pop-up-Radweg, initiiert von einem Bündnis aus sechs Gruppierungen, das am Samstagvormittag um Aufmerksamkeit für fehlende innerstädtische Radwege wirbt. Zum Auftakt – vier weitere Aktionen im August sollen folgen – wird vom Stadtbauamt mit rot-weißen Leitkegeln und einem temporären Schild „Fahrradstraße“ die rechte Fahrspur der nördlichen Karlstraße zwischen Europaplatz und Münze umgewidmet, denn eine Radspur existiert dort nicht.
Die Situation, wenn am Europaplatz die Ampel auf Grün springt, dürften viele kennen: Motoren heulen auf und es beginnt über die zwei Autofahrspuren im Einbahnbetrieb teils eine Art Beschleunigungsrennen, das erst kurz vor der Münze endet. Anwohner und Geschäftsinhaber beschwerten sich über den Verkehr, so Mitorganisator Pawel Bechthold von Fridays For Future: „Die Stadt plant hier und da etwas, aber es ist kein übergreifendes Radweg-Konzept ersichtlich.“ Zwar sei mit dem Radschnellweg zwischen Karlsruhe und Ettlingen, Baubeginn 2025, ein Anfang gemacht, doch das innerstädtische Wegesystem für Radler weist gravierende Lücken auf. Es fehle die Netzvorstellung bei den Tiefbauämtern, sagte Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim kürzlich im Interview mit einer großen Wochenzeitung. Zur Verbesserung der Lage müssten Netze von Fahrradstraßen her.
Eva Schaarschmidt von Greenpeace sieht ebenfalls „sehr viel Bedarf an zusammenhängenden Radwegen“ und erlebt es selbst bei ihrem Weg zur Arbeit. Zudem habe sie als Notärztin oft verunfallte Radler zu versorgen. Sie wünscht sich „Fahrradpolizisten, die die Sichtweise der Radler einnehmen“, weil sie den Eindruck habe, dass Verstöße von Autofahrern gegen Radler kaum geahndet würden. Ihr Mitstreiter Karsten Kilian ergänzt: „Radwege sind die kostengünstigste Maßnahme, die CO2-Ziele zu erreichen.“
Stadtrat Lukas Bimmerle von Die Linke ist in seiner Fraktion für Mobilitätspolitik zuständig. Er verweist auf Umfragen in Social-Media-Kanälen. Auch sei ein Fachausschuss mit dem Thema befasst. Eine baden-württembergische Musterbaulösung für Radwege läge zwar vor, doch „damit es etwas bringt, müsste in Fahrradstraßen auch die Rechts-vor-links-Regelung aufgehoben werden.“ Joachim Weiß, Vertreter des Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), ist sich sicher, „im Dialog mit dem Ordnungsamt und dem gegenseitigen Austarieren der Ansprüche finden wir eine schöne Lösung”. Auch Uwe Haack vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht „Aufgeschlossenheit bei der Stadt“.
Die Organisatoren des Pop-up-Radwegs erfahren am Samstag viel Zustimmung, ausgenommen einen Autofahrer, der den Weg vorsätzlich befährt. „Grandios!“ finden Christine Tisch und Joachim Metzger die Aktion. Sie schauen mit ihrem siebenjährigen Sohn vorbei. Der Verkehr habe zugenommen, die Autos seien größer geworden, „gerade mit Kindern, die zu groß fürs Gehwegfahren, aber noch zu unsicher für die Straße sind“, täten Radspuren Not.
Service
Der nächste Pop-up-Radweg entsteht am Samstag, 8. August, ab 11 Uhr in der südlichen Fritz-Erler-Straße.
Es ist kein übergreifendes Radweg-Konzept ersichtlich.
Pawel Bechthold
Fridays for Future

Sonntag, 2. August 2020

Pop Up Radwege im August 2020

Pop-Up Radwege im August
An allen 5 Samstagen im August werden in Karlsruhe Pop-Up Radwege temporär installiert, um auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die auch unsere Stadt hätte, um mehr Platz für den Radverkehr zu schaffen. Heute war der Auftakt in der nördlichen Karlsstraße, die ja definitiv einiges an mehr Fahrradfreundlichkeit vertragen könnte. Nächste Woche am 8.8. ist die Fritz-Erler-Straße dran.

Die BNN haben im Vorfeld darüber berichtet.
Organisiert wird es von Greenpeace, ADFC, VCD, Fridays for Future, Fossil Free und Critical Mass.

Hier das ersten Presseecho vom 1. August:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/pop-up-radweg-karlsruhe-ferien-samstag-verkehrswende-100.html

https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/erster-pop-up-radweg-in-der-karlstrasse-das-ist-uns-so-wichtig-weil;art6066,2556666