Mittwoch, 23. September 2020

Critical Mass 25.09.2020 – Umsetzung der Verkehrswende in Karlsruhe, Bevorzugung von Fuß- und Radverkehr 13,4 km. 205 sind mitgeradelt

Critical Mass 25.09.2020 – Umsetzung der Verkehrswende in Karlsruhe, Bevorzugung von Fuß- und Radverkehr  13,4 km

205 sind mitgeradelt

zum zweiten Mal während der Corona-Pandemie findet wieder eine Critical Mass statt.

Um der Verbreitung des Virus keine Chance zu geben, sind die AHA - Regeln einzuhalten. Abstand nicht nur auf dem Kronenplatz. Das Tragen einer Alltagsmaske wird dringend empfohlen, denn damit schützt man nicht nur sich selber, sondern vor allem alle anderen.

Hier die Route:



Kronenplatz -
Fritz-Erler-Straße – Ludwig-Erhard-Allee – Wolfartsweierer Straße – Ostring –
Durlacher 
Allee – Georg-Friedrich-Straße – Parkstraße –
Am Fasanengarten – Adenauerring –
Moltkestraße – Mozartstraße – Haydnplatz –
Nördliche Hildapromenade – Kochstraße –
Anliegerfahrbahn Kaiserallee –
Yorckstraße – bis zur Weinbrennerstraße – um den Kreisel –
Yorckstraße – Sophienstraße – Südliche Waldstraße –
Amalienstraße – Herrenstraße – 
Erbprinzenstraße –
Karl-Friedrich-Straße –
Marktplatz

Hier die Vorgaben des Ordnungsamtes:

Die Personen halten zueinander mindestens einen Abstand von 1,5 Metern ein. Dies gilt nicht für Angehörige einer Familie mit minderjährigen Kindern. 

Teilnehmende mit Krankheitssymptome nehmen nicht an der Versammlung teil.

Den Teilnehmenden wird dringend empfohlen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. 

Versammlungsleiter sowie die Ordnerinnen und Ordner werden einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Hier noch der Beitrag von Thomas von KA-Radler

Rückblick

Es war kühl und regnerisch. Anders als in den vergangenen Tagen, wo es noch spätsommerlich war. Aber als es auf 18 Uhr zuging, zog sich der Regen zurück. Mit Ankunft am Marktplatz regnete es kurz einige Tropfen. Es war wie in alten Tagen, trotzdem fanden sich nach und nach immer mehr mit ihren Fahrrädern ein. 205, die ich später in der Oststadt gezählt habe, sind nicht schlecht unter diesen Umständen. Am Vormittag war der erste Klimastreik seit dem Lockdown im März. Letztes Jahr hatten wir nach so einem zeitgleichen Ereignis eine Rekordbeteiligung bei der CM. Aber wir haben jetzt noch andere Zeiten. Die Menschen schwanken zwischen Lockerungen und Vorsicht für sich und die Umgebung. Niemand will einen neuen Lockdown. Oder sich gar mit Covid-19 infizieren.

Aber gerade in diesen Zeiten, in dem die Menschheit vom Corona-Virus bedroht wird, wo Einschränkungen notwendig sind, ist es wichtig, mit Klima-Aktionen wie diese auf ein noch viel einschneidendere Gefahr aufmerksam zu machen. Corona werden wir alle irgendwann besiegt haben, mit disziplinierter Beachtung der AHA-Regeln, mit Forschung nach einem Impfstoff, mit wirksamen Medikamenten. Vielleicht müssen wir noch ein Jahr warten oder etwas länger. Aber gemeinsam schaffen wir es.

Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen, es ist kaum noch möglich, die Auswirkungen aufzuhalten. Wenn es zu spät ist, können wir nur noch versuchen, Katastrophen abzumildern. 

Corona kann man auch als Weckruf betrachten. Bei Covid-19 arbeiten die meisten mit, den Virus zu stoppen. Wir sehen, es ist auch ein Leben möglich, indem (oft notgedrungen) mit weniger Resourcenverbrauch Lebensqualität gewonnen ist. Kreativität macht Spaß. Man merkt auch an Politik und Wirtschaft, Umweltbewusstsein hat einen Schub nach vorne bekommen. Wir lernen unter Corona, was wir erreichen können, wenn wir alle auf ein Ziel hinarbeiten, wir in Deutschland sind weltweit im Ranking auf dem 1. Platz bei der Meisterung von Corona. Mit der selben Energie und Einstellung müssen wir es auch hinbekommen, das Klima zu retten.

Jetzt wieder zurück zur Critical Mass. Die Strecke hat alle begeistert. Es war eine Strecke, die wir sehr schnell radeln konnten. Ich hatte zu tun, wenn ich nach dem Zählen oder fotografieren wieder an die Spitze kommen wollte. Abkürzungen waren auch schwer möglich.

Die meisten, die mit uns radelten, taten dies mit Mund- Nasenmaske, wie wir es dringend empfehlen. Damit schützen sich alle gegenseitig. Aber gegenüber dem letzten Mal waren diesmal doch schon mehr ohne diesen Schutz dabei. Während der Fahrt, vor allem, wenn es so schnell geht wie heute, sind während des Radlens Abstände vorhanden. Aber wenn es mal langsamer wird, oder gar, wenn die CM an wichtigen Kreuzungen, Ampeln anhalten muss, bildet sich jedesmal der Ziehharmonika-Effekt, wo alle aufeinander hocken. Das muss noch besser werden.

Und hier jetzt einige Bilder der Tour:

Ludwig-Erhard-Allee



York-Platz mit Markus-Kirche


Hier die Eindrücke von Thomas in deinem Blog KA-Radler

Abends dann die CM. Ungewohnt für mich, dass ich den September übernehme - sonst ist ja eher der November mein Standardmonat. Das Wetter war ja aber tatsächlich schon eher spätherbstlich, aber immerhin blieb es am Ende während der ganzen Fahrt trocken. Trotz des Absturzes bei den Temperaturen haben sich am Ende immerhin 205 Menschen eingefunden, um die 13 km unter die Räder zu nehmen. 

Ich glaube, wir sind gestern insgesamt recht flott gefahren. Hoffentlich nicht zu flott, aber vielleicht war das bei kühlen 10° gar nicht so verkehrt. Insgesamt lief es für mich als Anmelder extrem stressfrei ab. Vielen Dank dafür an alle Teilnehmer und nochmals extra an diejenigen, die sich als Ordner zur Verfügung gestellt haben. Keine Probleme mit Sicherheitsabstand, kein Stress unterwegs, offensichtlich alle mit Licht! Der leitende Beamte von der Polizei, Herr Richter, hat uns gestern ausdrücklich gelobt. 


Mittwoch, 2. September 2020

BNN 3.September 2020 Linke will Überblick und Leserbriefe

 

BNN 05.09.2020 Leserbrief

Angebot schafft Nachfrage


Veränderte Verkehrswelt: Die Pop-up-Radwege, die an den vergangenen Wochenenden an mehreren Stellen in der Innenstadt eingerichtet wurde, sorgten für Diskussionsstoff. Diese Aktion fand zwischen Stephanien- und Waldstraße statt. Archivfoto: Peter Sandbiller

Zur Ausweitung des Radverkehrs in Karlsruhe und zum Leserbrief „Autos werden vergrault“ vom 22. August:

Ein häufig gemachter Denkfehler in der Debatte um die Verkehrswende ist die Ignoranz gegenüber den sogenannten Pull- und Pusheffekten. Der Pulleffekt besagt, dass eine vebesserte Infrastruktur mehr Nutzer und Nutzerinnen anzieht, wohingegen der Pusheffekt besagt, dass eine eingeschränkte Infrastruktur Menschen zum Umstieg bewegt. Verkehrspolitische Maßnahmen haben also eine Lenkungswirkung, die leider auch von den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung viel zu oft nicht erkannt wird. Das ist übrigens keine Einzelmeinung, sondern in der Verkehrswissenschaft allgemein anerkannt. 

Ein glänzendes Beispiel für diesen Irrtum ist der Leserbrief von Daniel Hennings vom 22. August, in dem er behauptet, diese Aussage wäre falsch, denn „dann müsste es ja in Karlsruhe von Radfahrern regelrecht wimmeln“. Das stimmt so aber leider nicht – die Fahrradinfrastruktur in Karlsruhe ist nämlich noch nicht so gut wie es häufig behauptet wird. Im ADFC-Fahrrad-Klimatest wird Karlsruhe gerade einmal mit einer 3,15 bewertet. Dass wir damit immer noch das beste Ergebnis in ganz Deutschland erreichen, ist eher ein Armutszeugnis für die anderen Städte, als ein Lob für uns.

Um eine Stadt zu gestalten in der es von Fahrradfahrern regelrecht wimmelt, müssen wir genau das machen, was im letzten Jahrhundert unter dem Stichwort „autogerechte Stadt“ für die Autos gemacht wurde, nämlich eine möglichst effiziente und sichere Lenkung des Fahrradverkehrs auf entsprechend ausgebauten Wegen herstellen. Wichtig ist dabei auch die bauliche Trennung zu anderen Verkehrsteilnehmern wie Autos und Fußgänger.

Außerdem brauchen wir mehr Fahrradstraßen. Fast nirgendwo in der Stadt ist es so angenehm mit dem Rad zu fahren wie auf einer Fahrradstraße auf der keine Autos mehr unterwegs sind. Um so ärgerlicher ist es, dass wir in der Stadt nur einen Flickenteppich an Fahrradstraßen haben. Ein mittelfristiges Ziel für die Stadt sollte sein, ein Radstraßenraster herzustellen, wie es die Organisatoren der Pop-up-Radwege fordern, so dass man von A nach B fahren kann ohne die Radstraßen verlassen zu müssen.

Eine bessere und eigenständige Fahrradinfrastruktur und damit einhergehend mehr Radfahrer sind nicht nur deutlich besser fürs Klima und für die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern bringt auch zahlreiche Vorteile für die Stadt mit sich, denn Fahrräder stoßen keine Schadstoffe aus, sind viel leiser als Autos und brauchen weniger Platz. 

Übrigens sind Radfahrer und Radfahrerinnen bessere Kunden für den lokalen Einzelhandel wie eine Studie aus London zeigt.

Deshalb brauchen wir jetzt einen Plan, wie wir von der autogerechten zu einer fahrradgerechten Stadt kommen.

Pawel Bechthold

Mitorganisator der Pop-up-Radwege

Karlsruhe-Nordstadt



BNN 03.09.2020

Linke will Überblick über Radwegeprojekte