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Dienstag, 31. März 2020

Beobachtungen, Gedanken von KA-Radler jetzt beim Shutdown wegen des Corona Virus

Beobachtungen, Gedanken von KA-Radler jetzt beim Shutdown wegen des Corona Virus

Radeln in Zeiten von Corona

Blog für Radfahrer und Verkehrspolitik in Karlsruhe und Umgebung

Ein bisschen Bogotá in Karlsruhe

Ein bisschen Bogotá in Karlsruhe

Als Reaktion auf den Post zum Radeln in Zeiten von Corona kamen auf Twitter ein paar Vorschläge, wie die erwähnten Maßnahmen in Bogotá in Karlsruhe zur Anwendung kommen könnten. Der erste Vorschlag war die Durlacher Allee, ich konterte mit dem Adenauerring. Das schöne Wetter gestern habe ich dann noch für eine ganz kleine Runde genutzt, um ein paar Stellen zu fotographieren, die ich zudem für prädestiniert halte.


Mittwoch, 25. März 2020

BNN Artikel zu 5 Jahre Critical Mass von Kirsten Etzold

BNN Artikel zu 5 Jahre Critical Mass von Kirsten Etzold
BNN 25. März 2020
Radfahrer wollen die Hefe im Teig sein
60. Critical-Mass-Ausfahrt in Karlsruhe: Teilnehmer kritisieren Stillstand statt Verkehrswende
Von unserem Redaktionsmitglied Kirsten Etzold
Mehr Platz fürs Rad: Was der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) seit 2019 fordert, dafür treten in Karlsruhe schon seit fünf Jahren verkehrspolitisch Engagierte in die Pedale. Mit gemeinsamen Ausfahrten am letzten Freitag jedes Monats seit März 2015 wollen sie eine kritische Masse sein. So heißt ihre internationale Bewegung, auf englisch: Critical Mass. In der Chemie nennt man so eine kleine Menge einer Substanz, die viel auslöst, etwa Flüssigkeit überschäumen lässt. So wie Hefe einen Teig aufgehen lässt, so wollen diese nicht formal organisierten, aber höchst aktiven Radfahrer erreichen, dass sie im Stadtverkehr nicht länger im Schatten von Autos und Lkw stehen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Radfahrer sich wieder am Kronenplatz treffen, um 18 Uhr starten und eine Runde durch die Stadt drehen. Die Critical-Mass-Ausfahrt Ende März ist wegen des Coronavirus vertagt. Doch sie wird die 60. in der Fächerstadt sein. Die runde Zahl ist für die Aktiven gerade kein Grund zu feiern. Ein Programm mit kritischem Rückblick ist vorbereitet.

Rund 8.700 Fahrtteilnehmer zählen die Organisatoren bisher. Nach 644 Aktiven im Startjahr bringt im Sommer 2016 eine Ausfahrt über die Herrenalber Straße die 1.000 Teilnahme. 2017 kommen insgesamt rund 1.300 Teilnehmer, mehr als 2.000 sind es im Jahr 2018 und schon 3.500 Radler 2019. Zur Premiere gehen 160 Radler an den Start. Der Dezembertermin ist fast eine Nullnummer, aber seither gibt es keine Winterpause mehr. Im September 2019 rollen mehr als 700 Radler gleichzeitig an – das ist vorläufiger Rekord.

Von Anfang an sind Christa Walter und der Karlsruher ADFC-Vorsitzende Ulrich Eilmann bei der Critical Mass dabei. „Fünf Jahre sind zu lang“, betont Walter, die bei jedem Wetter zu den Ausfahrten kommt. Ihre Packtaschen stecken voller Warnwesten mit Logo, Info-Material und Plakaten für Teilnehmer. Darauf stehen Slogans wie „Fahrradlust statt Dieselfrust“, „Das Klima kippt – handelt!“ oder „Verkehrsfläche gerecht verteilen“.

Die vielen Bahngleise in der Stadt fordern mehr Planung von den Critical-Mass-Akteuren in Karlsruhe als in anderen Städten. Unter anderem deshalb melden die Karlsruher seit 2016 an, wohin ihre Radausfahrten führen. Neben eigenen Ordnern hält seither auch Polizei den Radfahrern den Rücken frei. Obwohl das Verkehrsrecht Radlern in Gruppen erlaubt, im Verband zu rollen und nicht einzeln hintereinander, und trotz Demonstrationsfreiheit brauchen die Menschen, die gegen Auto-Privilegien und für eine Verkehrswende ausradeln, diesen Schutz.

„Bevor uns die Polizei begleitet hat, sind manche aus Angst nicht mitgefahren“, erzählt Christa Walter. Mehrfach steuern Autofahrer laut hupend auf die Gruppe zu. Einmal lenkt ein Autofahrer seinen Pkw quer durch den Pulk. „Alle Radfahrer haben zum Glück sofort gebremst. Kaum zu glauben, dass da nichts passiert ist“, erinnert sich Eilmann. Auch ihn bedrängt, als er das Feld von hinten beobachtet, einmal ein Pkw-Fahrer. Ein wütender Autofahrer rammt bei einer Ausfahrt einen Fahrradanhänger. „Ich war Zeuge, aber der Geschädigte wollte die Mühe einer Anzeige nicht auf sich nehmen“, erzählt der ADFC-Vorsitzende. Er bedauert das. Die Behörde habe Interesse, bei Gefahr einzuschreiten, auch wenn zum Beispiel eine Kreuzung wild zugeparkt sei.

„Ich würde mir wünschen, dass man nach fünf Jahren Critical Mass nicht immer noch wegen jeder Kleinigkeit betteln muss“, sagt Eilmann. Er findet, Radfahrer hätten „Scheu, die Anwendung geltender Gesetze einzufordern – es ist halt auch mühsam“. Jeder könne Anzeige erstatten, indem er einen Missstand fotografiere und das Bild mit Beschreibung des Sachverhalts ans Bürger- und Ordnungsamt schicke – etwa die oft zugeparkte neue Radroute 15 vom Durlacher Tor stadtauswärts. Folgenloses Anprangern im Internet hingegen lehnt Eilmann ab. Das sei „populistisches Gezänke“.
EIN BILD AUS FRÜHEN TAGEN: Im Juni 2016 rollen Karlsruher Radler bei einer Critical-Mass-Ausfahrt über die Herrenalber Straße. Einige Teilnehmer tragen signalfarbene Westen, sie begleiten und ordnen das Geschehen bei Bedarf. Schon damals eskortiert Polizei die Gruppe. Dahinter staut sich der Autoverkehr. Archivfoto: jodo

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 19.03.2020
Radelnde Familien beanspruchen die Straße
Doppelpremiere: Protestausfahrt Kidical Mass startet bald auch zeitgleich in Karlsruhe und Ettlingen
Von unserem Redaktionsmitglied Kirsten Etzold

„Platz da für die nächste Generation“: Mit dieser Forderung rollen inzwischen mehr als 110 deutschsprachige Organisationen des Aktionsbündnisses „Kidical Mass“ auf die Straße. Nun kommt die Kidical-Mass-Bewegung auch nach Karlsruhe und Ettlingen. Fix und fertig vorbereitet ist, dass dort eine Doppelpremiere stattfindet – nämlich dann, wenn bald erstmals in ganz Deutschland und der Schweiz zeitgleich Protestfahrten mit Kindern und Familien starten. Der geplante März-Termin ist wegen des Coronavirus hinfällig, der neue Starttermin ist noch zu bestimmen. Vorbild sind die Critical-Mass-Radlerdemos, zu der auch in Karlsruhe seit fünf Jahren jeden Monat oft Hunderte Erwachsene starten. Die Doppelpremiere in Karlsruhe und Ettlingen organisiert der Kreisverband Karlsruhe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).
Insgesamt sind mehr als 70 kindgerechte Fahrraddemos geplant, von Aachen bis Zürich, auch in Heidelberg, Speyer, Freiburg und Stuttgart.
Der elfjährige Johann weiß, wie er sich Unterwegssein in der Stadt wünscht: „Bequem nebeneinander Rad fahren und quatschen können – und keine Autos mehr vor meiner Schule.“ Der Traum vom Schulweg ohne Autos ist in Wien schon wahr. Die österreichische Hauptstadt sperrt eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn inzwischen bereits fünf Schulstraßen für Autos. Damit ist das auch in Karlsruhe verbreitete Problem mit „Eltern-Taxis“ passé. Den Akteuren der Kidical Mass geht es um eine Verkehrswende, die Radfahren in jedem Alter ermöglicht und attraktiv macht. Zu schmale, ungeschützte oder gar keine Radwege: Haben Eltern Angst um ihre Kinder, fahren sie den Nachwuchs lieber mit dem Auto durch die Gegend. 85 Prozent der Befragten in Großstädten und 74 Prozent insgesamt gaben im ADFC-Fahrradklima-Test 2018 an, man könne Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein Radfahren lassen. Auch in Karlsruhe fanden das viele Umfrageteilnehmer.
Ein bedenklicher Trend verschärft die Lage: Immer weniger Kinder können sicher Radfahren, auch in der Fahrradstadt Karlsruhe. Das weiß der Karlsruher ADFC-Vorsitzende Ulrich Eilmann von Schulleitern unter den aktuell 1.800 Clubmitgliedern.
Wenn Eltern befürchten, ihre Tochter oder ihr Sohn könne sich beim Radfahren verletzen, passiert laut Eilmann immer öfter dies: „Sie bringen ihrem Kind das Radfahren gar nicht bei.“ In der Schule reiche die Zeit nicht, um blutige Anfänger auf die Radfahrprüfung vorzubereiten, mit der die Verkehrswacht Karlsruhe die Kompetenz von Viertklässlern testet. Nur wer die Prüfung besteht, erhält den Fahrradführerschein. Damit das möglichst viele Kinder schaffen, baut der ADFC Karlsruhe jetzt ein verkehrspädagogisches Angebot für Erst- und Zweitklässler auf. Mit einem mobilen Parcours für Roller wollen die Aktiven an Schulen kommen. „Da kann man gut das Gleichgewicht trainieren und ruhig auch mal umkippen“, erklärt Eilmann.
„Die eigenständige Mobilität ist enorm wichtig für die kindliche Entwicklung. Sie fördert Bewegung, Selbstbewusstsein und das soziale Miteinander“, sagt die Kidical-Mass-Mitorganisatorin Simone Kraus. Damit sich in Städten auch Kinder sicher und selbstständig mit dem Fahrrad bewegen können, stehen auch ein lückenloses Netz sicherer Schulradwege und generell Tempo 30 innerorts auf der Liste.
Eine Fahrradstadt, sagen die Kidical-Mass-Initiatoren, sei automatisch kinderfreundlich, mit viel Grün, guter Luft und Platz zum Spielen und Verweilen. Dass eine Familie auf guten Radwegen zudem sauber, leise und schnell am Stau vorbeikommt, weiß im Kombibau-Karlsruhe eh jedes Kind. Die Politik tue viel zu wenig, um die Situation zu verbessern, findet die Initiative. Für eine Verkehrswende brauche es mehr. Bloße Markierungen auf viel befahrenen Straßen reichten ebenso wenig aus wie Fahrradstraßen, die für Durchgangsverkehr offen sind. Genau das – Durchgangsverkehr trotz Fahrradstraße – ist typisch für Karlsruhes Fahrradstraßen. Radfahrer sind da häufig an den Rand gedrängt. Einzige Ausnahme ist der Zirkel. Dort bremst seit Juli 2019 – wenn auch bisher offiziell nur versuchsweise – eine Durchfahrsperre Autos aus.
Erste deutsche Kidical-Mass-Ausfahrten gab es 2017 und 2018 in Berlin, Darmstadt, Stuttgart und Köln. 2019 folgten 30 Kidical-Mass-Fahrten in Deutschland und der Schweiz, die größte mit rund 1.100 Teilnehmern. Die Ausfahrten sollen auch die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen fördern.

MIT KIND UND KEGEL: Familien erobern Stadtstraßen bei Kidical-Mass-Ausfahrten. Vorbild für die Aktion sind mehrere große deutsche Städte wie zum Beispiel Dortmund. Die Doppelpremiere für Karlsruhe und Ettlingen haben Aktive des ADFC fix und fertig vorbereitet. Archivfoto: ADFC






Freitag, 13. März 2020

Wichtige Information zum sozialen Verhalten zur Bekämpfung von Corona: Die CM Ende März fällt aus.

Wichtige Information zum sozialen Verhalten zur Bekämpfung von Corona: Die CM Ende März fällt aus.
Zunächst gilt die Sperre bis 20.04.2020.
Ab wann das öffentliche Leben wieder aufgenommen werden kann, wird hier angegeben.


So grausam es ist, es gibt nur eine Chance, die rasante Verbreitung des Corona-Virus zunächst zu verlangsamen, damit man Zeit, die man nicht hat, gewinnt, um Mittel gegen den Virus zu entwickeln und letztendlich auch einen Impfstoff, damit man den Virus stoppen kann.
Das wichtigste, was ein Mensch hat, sind soziale Kontakte. Auf noch nicht absehbare Zeit müssen diese auf ein Minimum heruntergefahren werden. Das ist grausam, aber die einzige Chance, die Verbreitung zu bremsen, dem CoViD-19 die Möglichkeiten abzuschneiden, sich zu verbreiten. Deutschland steht mit den bisherigen Maßnahmen noch relativ sicher da, aber das kann sich täglich ändern, wenn nicht jede und jeder sofort handelt und nicht alles unterläßt, was nicht notwendig ist. Wenn wir das Risiko eingehen und italienische Verhältnisse eintreten, und Ausgangssperren notwendig werden, haben wir gar keine Freiheiten mehr. China hat anfangs sehr viel falsch gemacht beim Vertuschen des Ausbruchs und damit die Pandemie letztendlich ausgelöst. Mit den folgenden drastischen Maßnahmen hat die Epedemie dort, wie es jetzt aussieht, den Höhepunkt überschritten. Wir haben dadurch Erkenntnisse gewonnen, die jetzt unbedingt eingehalten werden müssen. Von uns allen.

Die Stadt Karlsruhe setzt zum 14.03.2020 die für alle bindende Verordnung in Kraft.


Die Stadt Karlsruhe erlässt für das Stadtgebiet von Karlsruhe folgende 

Allgemeinverfügung:

1. Die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen im Freien mit mehr als 50 Teilnehmenden wird verboten.
2. Die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen wird verboten. 



mehr siehe:











Viele Grüße und bleibt gesund

Cornelius

#FlattenTheCurve
Hallo, was können wir tun? Bitte dringend beachten:

Mit der Corona-Krise droht ein Kollaps unseres Gesundheitssystems. Wenn es nicht gelingt, die Ausbreitung des Virus zu bremsen, drohen grausame Folgen wie derzeit in Italien. Dort können die Ärztinnen und Ärzte alten und schwerkranken Menschen nicht mehr helfen, weil es an Beatmungsgeräten und Intensivbetten fehlt. Damit wir diese Situation in Deutschland verhindern können, braucht es jede und jeden Einzelnen. Bitte zeig Dich solidarisch und hilf mit: 

1. Bleib zu Hause, wann immer es Dir möglich ist! So kannst Du dazu beitragen, das Virus zu bremsen. Wann immer du unter Menschen bist, halte Abstand zu anderen, vermeide face to face, wenn du mit jemandem sprichst 
2. Unterstütze besonders gefährdete Personen! Biete älteren oder kranken Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen, Freunden und Bekannten Deine Hilfe, z.B. beim Einkaufen, an.
Wenn du für jemanden einkaufst, stelle den Einkauf nur vor die Tür, wenn diese Personen unter Quarantäne stehen, denn sonst bist du die nächste Person, die unter Quarantäne steht und kannst nicht mehr helfen. Noch schlimmer, du brauchst dann auch Unterstützung.
Sei dir bei allem über Folgen und Risiken bewusst und reagiere entsprechend. Höre auf deine inneren Warnsignale. Lieber einmal zu viel Distanz als einmal zu wenig. Jeder vernünftige und verantwortungsbewusste Mensch wird das verstehen. 
3. Teile diese Informationen! Je mehr Menschen sie erhalten, desto eher können wir verhindern, dass unser Gesundheitssystem kollabiert. Hier findest Du mehr Information: 


Und hier noch äusserst interessante und wichtige Informationen zu Verbreitung von Corona mit Gegenüberstellungen mit und ohne Distanznahme:
Ein wichtiger Artikel in mehreren Sprachen erschienen (siehe am Ende des Artikels):
Coronavirus: Warum du jetzt handeln musst!
von Tomas Pueyo, 13. März 2020

Du trägst Verantwortung in Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft? Dann lies hier, was du wann tun musst.                                                                                                                                                                                                          Dieser Text erschien zuerst auf dem englischsprachigen Onlineblog Medium und wurde bereits millionenfach gelesen.                                                                                                                                                                                                                                                             Bei alledem, was gerade rund um das Coronavirus passiert, ist es nicht einfach, eine Entscheidung darüber zu treffen, was zu tun ist. Solltest du warten, bis mehr Informationen verfügbar sind? Oder solltest du schon heute etwas tun?                                                                                                                                                                                                                                                                                  In diesem Artikel werde ich – mit jeder Menge Diagrammen, Daten, Modellen und den dazugehörigen Quellenangaben – die folgenden Fragen behandeln: ...








Montag, 9. März 2020

Vorstoss zum Konzept "Autofreier Sonntag" im Gemeinderat

Vorstoss zum Konzept "Autofreier Sonntag" im Gemeinderat




Pilotprojekte für eine autofreie Karlsruher Innenstadt


Für die kommende Gemeinderatssitzung hat unsere Fraktion zwei Anträge eingereicht, mit denen die Stadt Karlsruhe beauftragt werden soll, neben einem Konzept für einen autofreien Sonntag ein „Superblock“- Modell für den Karlsruher Stadtbereich zu entwickeln.  Beide Projekte sollen als Pilot für ein autofreies Karlsruhe dienen. Autofreie Stadtbereiche bringen zahlreiche Vorteile mit sich: So sinkt die Gesundheitsbelastung durch verringerten Lärm und Abgase, die Aufenthaltsqualität steigt und bisher vom Autoverkehr gesperrte Flächen können anderweitig genutzt werden - z.B. für Spielplätze oder Erholungsflächen. Auch wollen wir statt großer Straßen in Karlsruhe in Zukunft mehr Fahrrad- und Fußwege ausbauen lassen. Mit den Projekten wollen Anreize für Anwohner*innen, aber auch Anlieger*innen schaffen, auf ihr Auto zu verzichten, um so die notwendige sozial-ökologischen Verkehrswende in Karlsruhe einzuleiten.

Samstag, 7. März 2020

Veranstaltung Bürgerbeteiligung am 5.3.2020 in den BNN vom 7.3.2020

Veranstaltung Bürgerbeteiligung am 5.3.2020 in den BNN vom 7.3.2020



Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 07.03.2020 
„Gläserne Decke“ bremst angestrebte Verkehrswende
Erstmals werden Radfahrer und Fußgänger gleichzeitig gehört / Karlsruhe beteiligt Bürger nicht nur im Stadtbauforum
Von unserem Redaktionsmitglied Kirsten Etzold
So viele tropfnasse Regenhosen hat die Garderobiere im Haus der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe am Friedrichsplatz noch nie entgegengenommen. „Schön, hier bin ich mal nicht die Einzige“, sagt eine Radlerin, die als Besucherin des Stadtbauforums „Neue Wege für Fuß und Rad“ aus der Schutzkleidung steigt. Es sind die Eisernen der stetig wachsenden städtischen Radfahrer-Schar, die dem strömenden Regen am Donnerstagabend trotzen. „Karlsruhes Radler sind schon Avantgarde, Sie hier sind die engagierte Spitze in diesem Themenfeld“, betont Baubürgermeister Daniel Fluhrer.
Rund 80 Vielradler – mehr Männer als Frauen, Eltern mit Säugling ebenso wie etliche Silberhaarige – und ein paar Fußgänger mit Handicap sammeln, was aus ihrer Sicht passieren muss, damit mehr Menschen ihre Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. So arbeiten die Bürger mit an einem Konzept, von dem sich die Stadt nicht weniger als eine Verkehrswende verspricht. 15 Jahre nach dem Start des 20-Punkte-Plans, mit dem Karlsruhe zur fahrradfreundlichsten Großstadt Deutschlands wurde, stoßen die Einwohner, Kommunalpolitiker und Stadtplaner inzwischen von unten an eine „gläserne Decke“. Ohne Umsteuern ginge es nicht weiter, erklärt Fluhrer. „Ich bin absolut dafür, dass wir dem Auto Fläche wegnehmen, um mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt zu gewinnen“, erklärt er. Gerade in der Innenstadt sei der öffentliche Raum zu kostbar, um ihn schlicht zum Abstellen oder Durchfahren zu nutzen.
Autoverkehr ganz aussperren? So absolut handeln will der Baubürgermeister nicht. Freie Zufahrt für eine Pflegekraft nennt er als Beispiel, „da muss man vorsichtig agieren“. Aber Umwege und Verbote seien Autofahrern eher zumutbar als denen, die sich ungeschützt und unmotorisiert bewegen: „Wer mit Klimaanlage und Konzertklang unterwegs ist, für den muss es auch in Ordnung sein, wenn es einmal ums Karree geht.“
Bisher verlangt die Aufteilung der Stadt oft Radfahrern und Fußgängern Umwege und Wartezeiten ab. Mehrere Ampelphasen an nur einer Kreuzung, rechtwinklige Wege statt natürlicher Kurven oder direkter Linien, schlecht zu überquerende Straßen: Es hagelt Verbesserungsvorschläge in zehn Diskussionsgruppen. Bald quellen die Stellwände über. Auf den Zetteln festgehalten sind auch eine Klage über zugewachsene Gehwege, der Vorschlag, Fahrradkurse anzubieten, und der Zorn über „Bettelampeln“, die nur auf Knopfdruck Grün bringen. Sie zwingen Passanten und Radler stets zum Stopp – Hauptsache, der Autoverkehr rollt.
Viel zu kurz für Fahrräder mit Kinderanhänger sind die meisten Mittelinseln auf viel befahrenen Straßen. Das fällt Katharina Stehr und Detlef Maurel aus Hagsfeld besonders auf, seit ihr drei Monate altes Söhnchen Felix da ist. „So eine Querungshilfe hilft nicht“, sagt der junge Vater. Autos, die in der Zähringer Straße zwischen Adlerstraße und Marktplatz herumfahren, als sei dort keine Fußgängerzone, fallen Konrad Scheffel negativ auf. „Die Polizei schaut zu“, moniert er. Viel per Fahrrad in der Stadt unterwegs ist auch ein Pensionär aus der Nordstadt. Wie der weit überwiegenden Mehrzahl beim Forum treibt ihn kein brennendes eigenes Anliegen um. Er interessiert sich aber für die Zukunft der Mobilität und verfolgt die Debatte um den öffentlichen Raum gespannt.
Mit dem Forum ist die Bürgerbeteiligung nicht zu Ende. Bis einschließlich Sonntag, 15. März, nimmt die Stadt Anregungen zu Rad- und Fußweggestaltung der Zukunft per Internet entgegen. Alle Anregungen fließen ein in die nächste Expertenrunde am 1. April.
Internet


AM DURLACHER TOR ist die Fläche neu geordnet. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt es dennoch eng, zumal an der Durlacher Allee weiter Bahnen im Minutentakt halten, bis die U-Strab da ist. Sie macht zusätzlichen Raum frei – aber wie wird der verteilt? Foto: jodo

Freitag, 6. März 2020

Veranstaltung am 5.3.2020 zum Radverkehrskonzept

Veranstaltung am 5.3.2020 zum Radverkehrskonzept im Gebäude der IHK
Thomas war dort


Weiterentwicklung in Karlsruhe von Thomas Gentner

6. März 2020
Gestern Abend fand im Saal Baden der IHK am Friedrichsplatz eine Veranstaltung der Stadt Karlsruhe statt zur Bürgerbeteiligung für das aktuell laufende BYPAD-Verfahren. BYPAD steht für Bicycle Policy Audit. In Karlsruhe wurde die Anwendung dieses Verfahrens unter Beteiligung eines externen Auditors vor über 15 Jahren gestartet. Es war die Reaktion auf das damals miserable Abschneiden bei einer Beurteilung der Fahrradfreundlichkeit durch den ADAC (kein Tipfehler: wirklich ADAC und nicht ADFC). Damals wurde das 20 Punkte Programm aufgelegt, das doch schnell Erfolge gezeigt hat und den Anteil des Radverkehrs schnell deutlich erhöhte.


Hier könnt ihr euch anmelden, um die Vorschläge zu bewerten, zu kommentieren oder selbst welche einzureichen. Aber die Zeit läuft: nur bis 15.3., da dann das Audit bereits weiter gehen soll.

Jetzt geht es also weiter, weil man offensichtlich nicht stehen bleiben will. Man hat sich entschieden, dabei auch gleich den Fußverkehr mit zu betrachten, der bisher eher stiefmütterlich behandelt wurde. Zudem soll die Bevölkerung mit involviert werden. Es wird über das Verfahren informiert und eingeladen, sich auch selbst zu beteiligen. Dazu diente die Veranstaltung am gestrigen Abend, zu der trotz wirklich widrigem Wetter nach meiner Schätzung gut 150 Karlsruher erschienen sind. Tatsächlich kann man den Eindruck gewinnen, dass wieder richtig Schwung genommen wird in der Stadt. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich das bestätigte.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Adler von der Agentur Tipping Points. Bürgermeister Daniel Fuhrer war der Gastgeber, unterstützt von Mitarbeitern vom Stadtplanungsamt und auch anderen Dienststellen der Stadt. Vom externen Auditor PGV-Alrutz war Geschäftsführerin Heike Prahlow anwesend.

Zunächst lieferte Bürgermeister Fuhrer ein kleines Eingangsstatement ab mit einigen Bekenntnissen zu einem nachhaltigeren Verkehr in Karlsruhe, der zukünftig mit dem neuen Konzept Öffentlicher Raum / Mobilität Innenstadt - kurz ÖRMI - das Ziel Aufenthaltsqualität priorisieren soll und nicht mehr, wie man schnellstmöglich und bequemst mit einem Auto an jede Stelle der Stadt kommt. Dabei scheute er sich nicht vor der Aussage, dass das auch heißen wird, dass man dem Auto Platz wegnehmen muss, um letztlich die Zahl der Autos zu reduzieren. Positiv überrascht war ich von der aktuellen Zahl zum Modal Split in Karlsruhe, wonach inzwischen 33% der Wege mit dem Rad zurück gelegt werden und fühle mich auch ein bisschen bestätigt, weil ich die zuletzt angehobenen Ziele für zu wenig ehrgeizig hielt.

Herr Wagner vom Stadtplanungsamt berichtete über aktuelle Projekte - unter anderem über die Idee Parkhäuser im Innenstadtbereich als Fahrradgaragen umzuwidmen, worüber ich auch gerade in den BNN gelesen hatte. Das halte ich tatsächlich für eine gute Idee, weil man damit zum einen sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schafft und zudem den Autoverkehr dorthin vermeidet.

Dann wurden die Besucher gebeten sich in kleinen Gruppen an Stehtischen zusammenzufinden, um Ideen zu sammeln, wie man wohl den Anteil des Fuß- und Radverkehrs weiter erhöhen könnte. Die Frage: Was könnte dich dazu bringen, mehr Wege zu Fuß oder mit dem Rad zu machen? Dabei ging es jetzt nicht um die eine Kreuzung hier oder den Radweg dort, sondern um konzeptionelle Fragen.

In der ersten 'Arbeitsrunde' zum Fußverkehr fand ich mich an einem Tisch, der wirklich toll moderiert wurde von einer Mitarbeiterin der Stadt - leider habe ich den Namen vergessen. Da wurden auch - wie ich finde - gute Ideen notiert. Für die Ideensammlung zum Radverkehr habe ich dann die Runde gewechselt und fand mich an einem Tisch, wo es plötzlich um Kennzeichnungspflicht für Fahrräder, Infos über Helm-Tragen und Leuchtwesten ging. Puh! Ich habe kurz versucht zu argumentieren, um dann aber einzusehen, dass hier Hopfen und Malz verloren war und mich wieder getrollt.

Schließlich gibt es aber auch online noch bis zum 15.3. die Möglichkeit weitere Vorschläge einzureichen und die dort präsentierten Vorschläge zu kommentieren. Ich habe hier schon ein paar Sachen ergänzt, die mir gestern nicht direkt eingefallen sind und anderen Vorschläge ein 'like' gegeben. Die nächsten 10 Tage werde ich da sicher noch ein paar Mal zu Gast sein. Ich finde es eine sehr gute Sache, dass die Stadt uns hier mitreden lässt. Wir sollten das nutzen.

Am Ende noch ein kleiner Hinweis zur BNN, die in der Berichterstattung zum Thema Radverkehr sich teils wirklich erfreulich positioniert. Es gibt hier inzwischen die Radreporter, die gezielt diese Themen aufgreifen und wo man sich auch für einen Newsletter anmelden kann. Ich hoffe, dass die Zeitung mit ihren Redakteuren an dem Thema dran bleiben und dabei vielleicht auch den Leuten, die da nicht so direkt drin sind, die positiven Seiten von mehr Rad-, mehr Fußverkehr, mehr ÖPNV und deutlich weniger miefenden MIV näher bringen.

Links:

http://presse.karlsruhe.de/db/meldungen/verkehr/stadtbauforum_fragt_burgerwunsche_zum.html

https://bnn.de/lokales/karlsruhe/stadt-karlsruhe-will-auto-parkhaus-in-der-innenstadt-fuer-fahrraeder-umwidmen

https://beteiligung.karlsruhe.de/aktuelle-projekte/

https://beteiligung.karlsruhe.de/content/bbv/details/98/phase/197/#teilnehmen 

https://twitter.com/meinKA_de/status/1235442427202134016

https://mailchi.mp/bnn/bnn-radreporter-wo-sollen-all-die-fahrrder-in-zukunft-parken?e=ece8f9910e

https://www.karlsruhe.de/b3/verkehr/radverkehr/2020_bypad.de
eingestellt von um 12:43:00