Freitag, 23. Februar 2024

Rückblick auf die Critical Mass am 23.02.2024 #natenom. 193 radelten mit.

Rückblick auf die Critical Mass am 23.02.2024 #natenom. 193 radelten mit.

Natenom war in gewissem Sinne gegenwärtig, sein kleiner Elefant Kagube konnte als Sticker mitgenommen werden. Dann waren einige auf ihren Rädern auf dem Weg nach Pforzheim, um die dortige CM-Initiative zu unterstützen. Den dortigen Radlern weht ein feindlicher Wind entgegen. Heute ging es in Pforzheim allerdings um ein anderes Ereignis, es war eine Demo gegen Rechts, am 23.02. versammeln sich am Wallberg, am Mahnmal zur Zerstörung von Pforzheim im 2. Weltkrieg, jedes Jahr Mitglieder der rechten Szene. Die demokratischen Bürger setzen mit einer Gegendemo ein Gegengewicht, um den Nazis nicht das Feld zu überlassen. Und da radelten zur Unterstützung auch einige von uns hin.

Trotzdem fanden sich 193 auf ihren Rädern zu unserer Critical Mass ein, wir radelten an der Staatsanwaltschaft als Ort für die Ermittlungen vorbei, umkreisten das Klinikum als Ort, der an die vielen Unfallopfer erinnert.

So will auch jeden letzten Freitag im Monat die Critical Mass für sicheres Radfahren demonstrieren. Das erklärte ich auch einigen Leuten, als ich zum Zählen am Rand stand und gefragt wurde. Für uns ist das ganz selbstverständlich, aber es gibt offensichtlich doch einige, die darüber rätseln. Und solange sicheres Radfahren nicht selbstverständlich ist, werden wir jeden letzten Freitag dafür auf unseren Rädern auf irgendeiner Route durch Karlsruhe unterwegs sein.

Ansonsten war es entspanntes Radeln, so wie man es sich auch für den Alltag wünscht.

(Cornelius Berkmann)

und hier wieder Bilder, eingefangen von Michael Krause, zum vergrössern anklicken:























Dienstag, 20. Februar 2024

Critical Mass am 23.02.2024 #natenom 11,8 km

Critical Mass am 23.02.2024 um 18 Uhr #natenom  11,8 km

(siehe auch 15:30 Fahrraddemo nach Pforzheim für Demokratie)

Nachdem wir im Januar mit für eine Winter-Tour ungewohnten 150 Teilnehmenden sehr gut ins Jahr gestartet sind, passierte wenige Tage später im Enzkreis ein tragischer Unfall. Danach stand fest: im Februar ist unser Thema "natenom", denn auch bei uns ist er mitgefahren, war vielen persönlich oder durch seinen Blog bekannt.
 
In Karlsruhe werden wir also an diesem Abend an Andreas "natenom" Mandalka denken: Wir fahren unter anderem an der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vorbei, deren Zweigstelle Pforzheim einerseits für das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Autofahrer verantwortlich ist, andererseits aber auch die Anzeigen und Verfahren bearbeitet hat, die Andreas gestellt und in Gang gebracht hat. Und sollten der oder die Täter gefunden werden, die das Ghostbike an der Unfallstelle umgestoßen und die Gedenkstätte verwüstet haben, ist auch hierfür die Staatsanwaltschaft zuständig! Wir hoffen auf gründliche und lückenlose Aufklärung.
Wir starten dabei wie üblich um 18 Uhr am Kronenplatz, fahren eine Schleife um die Staatsanwaltschaft und dann in die Weststadt, ein Mal um das Städtische Klinikum herum - stellvertretend für alle Unfallopfer, die in deutschen Kliniken behandelt werden müssen. Und dann geht es durch die Kriegsstraße und den Karoline-Luise-Tunnel zur Südstadt, wo wir am Werderplatz enden werden. Die Route ist etwa 11,8 Kilometer lang:



Kronenplatz, 
Fritz-Erler-Str., 
Kriegsstr., 
Karlstr., 
Stephanienstr., 
Hans-Thoma-Str., 
Akademiestr., 
Douglasstr., 
Stephanienstr., 
Reinhold-Frank-Str., 
Amalienstr., 
Hirschstr., 
Kriegsstr., 
Weinbrennerstr., 
Herderstr., 
Händelstr., 
Moltkestr., 
Kußmaulstr., 
Franz-Lust-Str., 
Moltkestr., 
Reinhold-Frank-Str., 
Kriegsstr., 
Karoline-Luise-Tunnel unterm Karlstor, 
Ettlinger Str, 
Werderstr., 
Werderplatz
 
Navigationsdaten für die Tour:



Montag, 19. Februar 2024

FR 23.02.2024 Fahrraddemo nach Pforzheim für Demokratie um 15:30 ab Kronenplatz

FR 23.02.2024 Fahrraddemo nach Pforzheim für Demokratie um 15:30 ab Kronenplatz



ursprünglich hatten wir für den 23.02. neben unserer üblichen Critical Mass Runde durch Karlsruhe einen Zubringer zur Critical Mass Pforzheim geplant - u.a. auch aus Solidarität nach der Zerstörung der Gedenkstätte für Andreas "natenom" Mandalka.

Leider finden aber am 23.02. zwei größere Demos anlässlich des Gedenktages zur Bombardigung Pforzheims statt, so dass die Critical Mass Pforzheim - und auch unser Zubringer - auf den 1. März verschoben worden ist. Dennoch wird Freitagnachmittag auf dieser Strecke eine Fahrraddemo stattfinden. Die PARTEI Karlsruhe hat eine Raddemo für Demokratie und gegen Rechtsextremismus angemeldet.
Die Route entspricht unserer Zubringer-Tour.
Für diejenigen, die am 11. Februar bereits dabei waren: es wird etwas weniger anstrengend, da die Strecke dieses Mal durch Kämpfelbach führt.
Auf halber Strecke wird es wieder eine kurze Pause geben.
 
Die Rad-Demo endet am Bahnhof. Die Demo in Pforzheim startet am Marktplatz. Ihr könnt Eure Räder am Bahnhof abstellen (Endpunkt der Pforzheimer Demo) oder zum Marktplatz eigenständig weiterfahren. Beim Aufzug dort aber bitte nur schieben!
Es gelten die üblichen Rahmenbedingungen wie bei der CM auch: Einhaltung von StVO und StVZO, Plakate müssen verkehrssicher am Rad montiert sein.
Beide Hände am Lenker, kein Alkohol und keine Glasflaschen. Ordnerinnen und Ordner sind natürlich sehr gerne gesehen!
 
Für alle, denen das zu spät oder zu weit ist: um 18 Uhr wird wie geplant die Critical Mass am Kronenplatz starten.
Der Zubringer zur CM Pforzheim fährt am 1. März um 13:15 Uhr ab Kronenplatz.
 
Die Einladung darf gerne weitergeleitet oder veröffentlicht werden.
Für diejenigen, die den Correctiv-Artikel noch nicht kennen: www.fckaf.de/nok
 
Mit freundlichen Grüßen

Vanessa Schulz im Auftrag der Critical Mass Karlsruhe


Einladung zur Raddemo für Demokratie
 
Am 23.02.1945 wurde die Stadt Pforzheim bombardiert. Wie in jedem Jahr soll der Gedenktag dazu mal wieder von (Neu- und Alt-)Nazis instrumentalisiert werden. Deswegen laden wir Euch herzlich ein, uns bei einer "Raddemo für Demokratie" nach Pforzheim zu begleiten. Im Anschluss könnt Ihr an der Gegendemo in Pforzheim teilnehmen und per Bahn oder Rad zurückfahren.
Treffpunkt ist um 15:30 Uhr der Kronenplatz - die Route geplant hat freundlicherweise die Critical Mass Karlsruhe für uns.
Zeitplan:
15:30 Uhr Abfahrt am Kronenplatz
15:50 Uhr Durchfahrt Durlach Kreuzung Durlacher Allee/Pforzheimer Straße*
16:20 Uhr Durchfahrt Söllingen (Rathaus)*
16:40 Uhr Ankunft Bahnhof Wilferdingen-Singen*
16:50 Uhr Abfahrt Bahnhof Wilferdingen-Singen*
17:10 Uhr Durchfahrt Bilfingen (Rathaus)*
17:40 Uhr Durchfahrt Ispringen (Bahnhof)*
18:00 Uhr Ankunft Pforzheim
Aufzugstrecke:
Karlsruhe:
Kronenplatz
Fritz-Erler-Straße
Kaiserstraße
Durlacher Allee
Pforzheimer Straße
Pfinzstraße
Blumentorstraße
Grötzinger Straße
Grötzinger Straße/B 3
B 3
B 10
Augustenburgstraße
B 10
Pfinztal:
B 10
Remchingen:
B 10
Bahnhofstraße/L 570
10 Minuten Pause auf dem Parkplatz westlich des Bahnhofsgebäudes (gegenüber Aral-Tankstelle)
Bahnhofstraße/L 570
Königsbach-Stein:
L 570
Kämpfelbach:
L 570
Pforzheim:
L 570/Königsbacher Landstraße
Hohenzollernstraße
Christophallee
Nordstadtbrücke
Bahnhofplatz

Sonntag, 11. Februar 2024

Bilder zur Gedenkfahrt zur Aufstellung des Ghost bikes für Natenom am Sonntag 11.02.2024 (und eine Linkliste)

Es waren eindrucksvoll viele, die zum Gedenken an Natenom sich in Pforzheim versammelten, um zur Unfallstelle zu radeln, wo das Ghost Bike aufgestellt wurde. Um die 500 Radlerinnen und Radler setzten sich von Pforzheim aus in Bewegung.
Beim Zubringer von Karlsruhe nach Pforzheim waren 55 dabei.

Das Ghost Bike  erinnert an den am 30.01.2024 tödlich verunglückten Andreas Mandalka. Es steht jetzt dort als Mahnmal.

Michael Krause hat die Stimmung der Gedenkfahrt von Pforzheim zur Unfallstelle zwischen Schellbronn und Neuhausen in Bildern festgehalten.
Zum Vergrössern anklicken.



























Hier noch eine Linkliste rund um Natenom:

Mittwoch, 7. Februar 2024

Zubringer Fahrrad-Demo von Karlsruhe nach Pforzheim zur Gedenk-Demo für "Natenom" zum Unfallort Neuhausen / Schellbronn (Enzkreis) am SO 11.02.2024

Am Sonntag, den 11. Februar 2024 ruft ein breites Bündnis aus Fahrradverbänden zu einer Fahrraddemonstration in Pforzheim auf, um Andreas Mandalka (auch bekannt als Natenom) zu gedenken. Ein 77-jähriger Autofahrer überfuhr und tötete ihn am 30. Januar 2024 auf der L 574 zwischen Neuhausen und Schellbronn (Enzkreis).

Die Demonstration startet um 11:00 Uhr in der Lindenstraße 3 in Pforzheim (bei der Staatsanwaltschaft, neben dem Hauptbahnhof). Von dort aus führt die Fahrraddemonstration zum Unfallort, wo es gegen 13:00 Uhr eine Schweigeminute geben wird. Die gesamte Demonstration wird etwa vier Stunden dauern.

Zur Erleichterung der Anreise (und Entlastung der Bahn) organisieren wir eine Zubringer-Demo von Karlsruhe nach Pforzheim. Diese ist als Versammlung angemeldet und führt auf Hauptverkehrsstraßen über Durlach nach Grötzingen. Anschließend fahren wir über die B 10 nach Pforzheim. In Wilferdingen ist am Bahnhof eine Pause eingeplant.

 
Treffpunkt ist um 08:00 Uhr auf dem Kronenplatz in Karlsruhe. Ankunft in Pforzheim wird um 10:45 Uhr sein. 

Weitere Informationen zum Zeitplan und zur Strecke findet ihr im Tourenportal des ADFC.

Natenom war nicht irgendjemand. In seinem Blog und auf Mastodon (davor auf Twitter) beschrieb er regelmäßig Geschehnisse, wie Autofahrende ihn absichtlich zu eng überholten, bedrohten, gefährdeten und nachstellten. Behörden – egal ob Bußgeldstelle, Polizei oder Staatsanwaltschaft – ignorierten ihn und ließen (motorisierte) Gewalttäter gewähren.

Die Bußgeldstelle der Stadt Pforzheim entschied, dass sie seine Ordnungswidrigkeitsanzeigen nur bearbeite, wenn das Bußgeld mindestens 35 Euro betragen würde (enges Überholen kostet 30 Euro). Eine Amtsrichterin stellte ein Verfahren gegen einen Autofahrer wegen zu engen Überholens ein, weil sie 1,4 m (laut Gutachter, Herleitung fragwürdig) außerorts als ausreichend einschätzte. Natenom hätte statt der flacheren Landstraße auch steile, holprige Waldwege benutzen können.

Polizeibeamte verweigerten die Annahme seiner Anzeigen und untersagten ihm die Benutzung seines Abstandshalters. Staatsanwälte stellten praktisch alle Strafverfahren ein – auch bei Wiederholungstäternbezeichneten ihn als Verkehrshindernis und sprachen ihm das Recht ab, mit seinem Fahrrad eine für den Radverkehr freigegebene Landesstraße zu benutzen.

Sein im Lauf der Jahre gewachsener Blog beschreibt viele Fälle und dennoch nur eine Auswahl.


(Michael Reichert)


Unfallstelle auf der L574 (Foto Roland)

Ghost bike (Symbolfoto Michael Reichert)
Ghost bike für Natenom 11.02.2024 (Foto Michael Krause) 



Sonntag, 4. Februar 2024

Die letzte Fahrt von Natenom (Andreas Mandalka aus dem Enzkreis)

Die letzte Fahrt von Natenom (Andreas Mandalka aus dem Enzkreis)
(der letzte Post von Andreas Mandalka (Natenom))

Am Mittwoch 31.01.2024 erfuhr ich über den Verteiler unserer Critical Mass von dem tödlichen Unfall am Dienstagabend 30.01.2024. Am Donnerstag dann ein großer Artikel in den BNN mit viel Hintergrundinformation über die Aktivitäten des Fahrradaktivisten Andreas Mandalka. Sein bester Freund, Tino M. sprach mit Redakteuren der BNN und so entstand ein sehr authentisches Bild des Fahrradaktivisten und Menschen Andreas. Wie er sich einsetzte, dass die gesetzlichen Regelungen auch durchgesetzt werden, damit Radfahren sicherer wird. Damit die Verkehrswende mit Gleichberechtigung von Auto und Fahrrad auch in der Realität ankommt.

Am Freitag war dann nochmal ein Bericht in den BNN über die Reaktionen bundesweit. Denn Natenoms Aktivitäten strahlten bundesweit aus.

Wie es zu dem tödlichen Unfall kam, bei dem ein 77-jähriger Autofahrer den Radfahrer von hinten rammte, wird zur Zeit noch von der Staatsanwaltschaft untersucht mit dem Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung. Das Fahrrad war beleuchtet, der Radfahrer durch Helm und Warnweste gut erkennbar, auch auf der zu dieser Zeit regennassen und glänzenden Fahrbahn.

Gerade durch den Bericht in den BNN, der intensiv mit dem tragischen Ende, gerade ein halbe Stunde, nachdem Natenom den obigen Post abgesetzt hatte, lassen mir die letzten Minuten von Natenom keine Ruhe, so, als wenn man die Zeit zurück drehen könnte.

Die Botschaft an die Politik, die örtliche Polizei, die motorisierten Verkehrsteilnehmer, die Andreas Mandalka meistens als Störenfried abgetan haben, wie er es selber immer wieder beklagte, wird jetzt gerade auch durch die bundesweite Berichterstattung, wohl hoffentlich überall intensiver ankommen. Damit kann er auch nach seinem Tod hinaus wirken.

Aber Natenom hat für mich noch eine ganz andere, darüber hinausgehende Botschaft hinterlassen. Eine Botschaft, die Leben retten kann. Ohne dass er es bewusst beabsichtigt zu haben scheint.

Was mir zur Zeit nicht aus dem Kopf geht, ist dieser sein letzter Post. Er wusste nicht, dass es sein letzter Post sein wird.

Vorausgegangen war wohl eine äußerst kritische Verkehrssituation auf der Landstraße. Er wurde wohl von einem SUV überholt, der wegen Gegenverkehrs dicht an ihm vorbei einscheren musste. Es trieb seinen Adrenalinspiegel, seine Angst so hoch, dass er völlig aufgelöst, am nächsten Parkplatz die Straße verließ, um wieder runter zu kommen.

Dort begegnete er dem SUV und seiner Fahrerin wieder. Warum sie dort wartete, kann ich nur ahnen. Ihr war wahrscheinlich die gefährliche Situation ebenfalls in die Knochen gefahren, vielleicht wollte sie auch wie ein Schutzengel ihn davor warnen, sich aus der Gefahrenzone zu begeben. Sie hatte Angst um ihn, deswegen kam ihr auch nicht in den Sinn, sich zu entschuldigen, sondern die Aufforderung, den Radweg zu benutzen. (Wobei seit 2021 der begleitende Waldweg nicht als Radweg ausgewiesen ist und somit auch nicht benutzungspflichtig ist.)
Sie ahnte wohl, dass bei diesen Verhältnissen die Gefahren auf der Landstraße sich wiederholen. Das Gefühl lässt mich nicht los, dass das Schicksal zwei mal versuchte, ihn zu retten.

Ich weiß nicht, was er vom Unfall noch mitbekam. Aber ich bin mir sicher, dass eine letzte Botschaft dabei war, deswegen lässt es mich nicht in Ruhe, "denkt daran, dass es kein höheres Gut gibt, als Leben zu schützen. Das eigene und das der anderen. Alles, was wir tun, kann Konsequenzen haben.“

Mit seinem letzten Post hat er vielleicht nicht nur bei mir ein starkes Reflektieren ausgelöst. Und kann so posthum Leben retten. Abseits von Politik, sondern von Mensch zu Mensch. Bei mir hat er das ausgelöst.

Er möge in Frieden ruhen.

(Cornelius Berkmann)

Dies ist mein persönliches Empfinden

und hier jetzt vom Tourenportal das ADFC Karlsruhe

Nachruf des ADFC Karlsruhe für Andreas Mandalka (Natenom)